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vor 2 Monaten

Live in Leipzig: Licht für Udo Lindenberg

Geheimrat Günter Jäckle, der Zauberspiegel und andere Tricks

Udo Lindenberg live in der Arena Leipzig, umrahmt von den Vari-Lite VL6000 Beam. # © Tine Acke

Als die Cutterin den link zur ersten Fassung des Videos schickt, ist sie belustigt: „Das ist ja ein Haufen schräger Vögel“. Und in der Tat: Wenn Udo Lindenberg auf Tour geht, laufen die Handlungsstränge seiner Geschichten unter Umständen direkt in die Pulte am FoH oder das Followspot-System für das „Hutlicht“.

Günter Jäckle, der in der Crew als Lichtdesigner, Operator und „Geheimrat“ Udo Lindenbergs fungiert, hat in seinem Showlabor ein pragmatisches Lichtrigg konzipiert. Denn wie wir im Video erfahren, gibt es durchaus „Zicken“ unter den Lichtsystemen, aber dieses hier ist laut Günter Jäckle keinesfalls eins. PRG ist der technische Provider des Systems und so mag manch einer schon erraten, woraus das System hauptsächlich aufgebaut ist:

PRG Best Boy und Icon Beam sind die Arbeitspferde des Systems, ergänzt durch einige Martin MAC Aura, Portman P3 Pix3l und die auf der Bühne nicht zu übersehenden VL6000 Beam von Vari-Lite, die aus dem Standardrigg einen maßgeschneiderten Lichtanzug für Udo Lindenberg machen.

Analoge Strobes und Blinder

Auch die knapp drei Dutzend Martin Atomic 3000 DMX Strobes geben dem System eine eigene Note, analoge Blinder sind heutzutage selten geworden – die Vorteile der LED sind einfach unschlagbar, aber nicht nur Nostalgiker schätzen nach wie vor das kurzfristige Erblinden durch 3.000 Watt Glühfadenpower.

Und auch bei den Blindern wäre eine LED-Variante keine Option gewesen – hier halten sich die Glühlichtlampen erstaunlich hartnäckig, obwohl es natürlich auch hier längst LED-Optionen gibt.

Und völlig ohne Strom kommt der Spiegel aus, der hoch oben im Rigg über dem Laufsteg hängt und mit dem sich interessante Effekte erzeugen lassen, gekostet hat er keine 50 Euro.

Cyber’s CyberCam

Über die von Günter Jäckle hochgeschätzte CyberCam haben wir bereits bei unserer Reportage über Peter Maffay berichtet – mit ihr geht das Einleuchten wesentlich schneller vonstatten als unter herkömmlichen Bedingungen, wie man in diesem Video sehr schön sehen kann. Bei Udo Lindenbergs Konzert in Leipzig haben wir nun endlich auch ihren Erfinder vor die Linse bekommen (Der übrigens auch andere pfiffige Ideen hat): Stephan „Cyber“ Sieber, der hier für den Videocontent auf den LED-Screens zuständig ist. Die Videotechnik stammt von epicto.

Außerdem im Video vertreten: Das älteste und das jüngste Mitglied der Crew (bei Udo Lindenberg heisst das ja „Flexibelbetriebe“): Mitsu Kürbihs und Jonas Harth. Während Harth für das gesamte PRG GroundControl Followspot-System zuständig ist, das mit sechs Bad Boys und zwei Best Boys realisiert wird, kümmert sich Mitsu Kürbihs um das Hutlicht – mehr dazu im Video. Mit von der Partie sind außerdem noch Steffen Boschert von Safe Working Load und Olivera Blagojevic, die sich mit spitzer Nadel um die zahllosen Kostüme kümmert. Steffen Boschert beobachtet, dass langsam, aber sicher immer mehr Anwender die Vorzüge von Seil- und Bandzügen für bestimmte Anwendungen erkennen.

Und natürlich Hans-Otto Richter, der Gast-VJ, der mit seiner Modul-8-Software von garageCube wahre Wunderdinge zu vollbringen scheint und bei einem Song ganz oldschool-Techno-mäßig die Visuals live bearbeitet. Mit Modul 8 hat er noch bei der letzten Stadiontour den gesamten Content für die Screens gesteuert, mittlerweile sind die Anforderungen allerdings zu komplex geworden.

Lichtcrewchef ist Oliver Horn.

Ein Udoversum aus Licht, Musik und dem ganzen Rest

Denn natürlich ist auch bei diesem „Tourlaub“ von Udo Lindenberg das Licht genau das, was es eigentlich bei jeder Show sein sollte: Ein Verstärker des Geschehens auf der Bühne, wo wie immer bei Udo Lindenberg jede Menge Trubel herrscht: Ein Boxkampf zwischen Trump und Putin, jede Menge Akrobaten, Tänzer und Statisten und natürlich das Panik-Orchester.

satis&fy ist für Beschallung und Bühnenbau zuständig, die Mitarbeiter dort haben sich die „Blumenkästen“ am Laufsteg ausgedacht, die sich bestens eignen, um die Icon Beams dort unterzubringen. Für die Beschallung wird schon seit vielen Jahren Material von L-Acoustics verwendet.

Und auch 2020 geht Udo Lindenberg wieder auf „Tourlaub“, der am 4. Juli auf dem Königsplatz in München endet.

Equipment

53 x PRG Best Boy HP
56 x PRG Icon Beam
24 x Martin MAC Aura
32 x Martin Atomic 3000 DMX Strobe
12 x Vari-Lite VL6000 Beam
12 x Portman P3 Pix3l
6 x PRG Bad Boy GroundControl
2 x PRG Best Boy GroundControl
1 x CyberCAM
28 x Thomas 8-Lite Blinder DWE
6 x Look Solutions Orka Fanfogger
2 x MDG ATMe Hazer
2 x MA grandMA2 fullsize (aktiv/backup)
2 x MA grandMA2 light (aktiv/backup)
1 x MA grandMA2 faderwing
2 x MA NPU
4 x ELC 8-port Node

Crew

Oliver Horn – Crewchef / Planung & Logistik
Sebastian „Seppo“ Koch – Dimmer & System
Nadja Andrees – Movinglights
Sebastian „Agent“ Mahler – Lichttechniker
Ralf „Raga“ Gacek – Lichttechniker
Jonas Harth – Lichttechniker / Spot-Operator
Mitsu Kürbihs / Olaf Bandholt – GroundControls



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