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vor 4 Monaten

Lichtdesign für Tocotronic: Mehr Schein, weniger Werfer

Vorsicht und Neugier der Hamburger Schule

Man sieht die Scheinwerfer kaum, nur deren Licht – ein seltener Anblick in Zeiten, wo kaum eine Literatursendung mehr ohne prominent platzierte Movinglights auskommt. | © Markus Wilmsmann

Tocotronic, das bekannteste Aushängeschild der Hamburger Schule und hoch gelobte Feuilletonlieblinge zu Gast im ausverkauften Werk II in Leipzig: mothergrid hat sich mit Lichtdesigner Lutz John und Pascal Stangs unterhalten, der als Techniker mit auf Tour war.

Im Vorfeld dann die Frage, wie man wohl eine Band beleuchtet, die zwar musikalisch gesehen durchaus eine ordentliche Portion Rock’n’Roll-Lichtdesign vertragen kann, deren Texten und allgemeiner Ausstrahlung man aber mit einer breitbeinigen Beamshow wohl kaum gerecht würde.

Und tatsächlich stehen die Scheinwerfer hier ebensowenig prominent auf der Bühne wie der Gitarristenfuß auf der Monitorbox. Der raumgreifendste Effekt ist ein UV-aktiver Sternenhimmel-Backdrop, der gleich zu Beginn der Show für einen Aha-Effekt sorgen soll.

Als klassischer Showeffekt schwebt eine Spiegelkugel über der Band, Beams gibt’s in einem Song und ansonsten badet Lichtdesigner Lutz John die vier Musiker in Licht. Gerne monochrom und in Gassen- oder Gegenlicht. „Die Band ist sehr vorsichtig, aber auch sehr neugierig“, sagt Lutz John an einer Stelle im Video und diese Neugier lässt sich durchaus als „wie das wohl aussieht, wenn wir viele Möglichkeiten haben, aber nicht alle davon nutzen“ deuten. Und das ist auch gut so, denn Tocotronic müssen sich mit dem, was sie auf der Bühne darstellen wollen, nicht hinter einem überbordenden Lichtdesign verstecken.

Exotisches Kraftpaket: Solaris Flares

Denn das Lichtrig wäre durchaus dazu geeignet, die große Effektkeule zu schwingen: Allen voran die Solaris Flares Q+ von TMB, die mächtiges Gassen- und Gegenlicht erzeugen, aber auch für dezentere Effekte taugen, da sie in 12 Zonen ansteuerbar sind. Lutz John und Pascal Stangs sind begeistert von der Leistung dieser Geräte, die hierzulande selten zum Einsatz kommen, nichtsdestotrotz aber ihresgleichen suchen, was die Lichtausbeute angeht.

Ebenfalls als Gassenlicht fungieren MAC Aura von Martin Professional. Zwei Linien X4 Bars von GLP vorne und hinten an der Bühne fügen sich in dieses Konzept wunderbar ein, mit Ihnen lassen sich Lichtwände erzeugen, die einen passenden Rahmen bilden für die Farbenspiele, die sie abgrenzen.

Ergänzt wird dieses Setup durch fünf GT-1 von GLP, die sich trotz ihrer Kompaktheit gut behaupten können in diesem Lichtermeer und laut Lichttechniker Pascal Stangs „alles wegpunchen“. Einen besonderen Effekt erzeugt Lutz John, indem er die X4 Bars und die Solaris Flares per Pixelmapping ansteuert.

Alles, was die Band an Equipment mit auf Reisen hat, steht auf dem Boden, von der Spiegelkugel einmal abgesehen. Alle geflogenen Geräte werden örtlich gestellt. Lutz John beobachtet die zunehmende Verwendung von LED-Profilern, hauptsächlich von JB Lighting, High End Systems und Martin Professional.

Angesteuert wird das ganze System von einer High End Systems Hog 4 – Lutz John kann mit diesem Pult am besten arbeiten, wie er im Video verrät.

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Markus Wilmsmann
vor 4 Monaten


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