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Energieeffiziente Beleuchtung in Veranstaltungsstätten

Über das Thema Klimaschutz wird zurzeit überall diskutiert. Wie sieht es da in unserer Branche aus? Dieser Beitrag wirft speziell einen Blick auf die Beleuchtungstechnik und dort konkret auf die Arbeits- und Saalbeleuchtung.

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„LED – klar, haben wir“, „machen wir schon jahrelang“, hört man oft. Wenn man aber genauer hinsieht, gibt es viel ungenutztes Potential und noch gar nicht so viel Problembewusstsein.
 Effizienzbestrebungen sind bisher vor allem dann vorhanden, wenn direkt Arbeitsaufwand eingespart werden kann. Wenn es um reine Energieeinsparung geht, sind die Interessen schon geringer. Im eingefahrenen Tagesgeschäft ist das Thema einfach nicht dauernd präsent. Hier soll dieser Artikel Denkanstöße liefern.

Natürlich wären dabei Concert/Touring, TV / Film Location Licht und temporäre Events auch die falschen Adressaten. Szenische Beleuchtung oder Effektlicht haben schon auf Grund der kurzen Laufzeiten kein enormes Einsparpotential.

Lange Laufzeiten beim Arbeitslicht

Bei Arbeitslicht in Theatern und vor allem Mehrzweckhallen sieht es ganz anders aus. Auf Bühnen gibt es im Gegensatz zu Bürogebäuden normalerweise keinen Tageslichteinfall. Das Arbeitslicht wird immer künstlich erzeugt und außerhalb von Vorstellungen und Proben oft ganztägig genutzt.

Arbeitslicht-Fluter Feiner Lichttechnik FL2200 © Feiner Lichttechnik

Noch längere Laufzeiten gibt es häufig in Mehrzweckhallen. Dort sind zwar oft Fenster vorhanden, dafür aber zumeist gar kein Arbeitslicht. Für Auf- und Abbauarbeiten, Bestuhlung und Reinigung wird die Saal- oder Foyerbeleuchtung einfach eingeschaltet und ganztägig betrieben. Das führt zu Nutzungszeiten von 6-8 Stunden, wenn keine Veranstaltungen stattfinden, ansonsten eher mehr.

Saallicht

Bedingt durch die Raumhöhe sind auch Leuchten mit hohen Leistungen im Einsatz. Üblich sind Halogenlampen mit 100W bis 250W je Leuchte. 
Teilweise sind diese Leuchten dann auch eher nach architektonischen als nach Effizienz-Kriterien ausgewählt worden. Das führt zu hohem Stromverbrauch bei gleichzeitig geringer Lichtstärke.

Raumhöhen in Mehrzweckhallen

Derartige Beleuchtungsanlagen in Sälen und Foyers sind oft schon seit Jahrzehnten im Einsatz. Über Energieeinsparungspotential wird nicht mehr nachgedacht. Im Gegenteil, ein Austausch der Beleuchtung bedeutet ja zunächst einmal Arbeit, Formalitäten und eine Baumaßnahme. Man kann das nicht direkt übel nehmen. Die Kosten des Stromverbrauchs sind für die Haustechnik zumeist weder spürbar noch sichtbar. Trotzdem wäre ein Umdenken nötig.

Hallen- Downlight Feiner Lichttechnik FL1200 © Feiner Lichttechnik

In Zeiten von dringend nötigem Klimaschutz sowie steigenden Strompreisen auf der einen und vorhandenen Fördermaßnahmen auf der anderen Seite, sollte möglichst sofort eine Umrüstung auf energieeffizientere Beleuchtung eingeplant werden.

Glühlampensterben

Ob jetzt die alten Halogenlampen dem EU Glühlampenverbot oder – was noch wahrscheinlicher ist – den Streichungen von Finanzcontrollern bei den Leuchtmittelherstellern zum Opfer fallen, ist letztendlich egal. Auch dadurch stehen die Zeichen auf nötiger Umrüstung, selbst wenn man das dank gebunkerter Ersatzlampen noch ein paar Jahre aussitzen könnte.

Einsparpotential

Das Einsparpotential durch moderne LED-Beleuchtung ist gegenüber der Glühlampentechnik enorm. Der Energieverbrauch lässt sich normalerweise um 80-90% reduzieren. Auch gegenüber Leuchtstofflampen liegt der Wert meist noch bei ca. 50%.
Hinzu kommen Einsparungen bei Wartung und Service der Leuchten.

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Was ist bei einer Umrüstung zu beachten?

1. Retrofit nicht immer empfehlenswert



Der erste und einfachste Weg ist wie so oft nicht unbedingt der beste. Retrofit-Leuchtmittel, also LED-Ersatztypen der klassischen Glühlampe, sind meist für den Consumer-Markt hergestellt und nicht für den professionellen Einsatz in größeren Mengen konzipiert.
Auch lassen sich mit Retrofit-Leuchtmitteln die oft bestehenden mangelhaften optischen Eigenschaften der Bestandsleuchten nicht beheben. Wenn eine Umrüstung angegangen wird, sollte man sie durchdacht und vollständig durchführen.

2. Bedarfsanalysen durchführen



Vielleicht haben sich ja seit dem Bau in den 80er oder 90er Jahren die Anforderungen an die Saalbeleuchtung geändert. Eine Analyse des heutigen Bedarfs ist als erster Schritt bei der Modernisierung sehr empfehlenswert.
Die LED-Technik bietet heute Möglichkeiten, die man früher nicht hatte:
- Wahl der Farbtemperatur von warmen bis kaltem Licht.
- Regelbare Lichtfarbe mit Anpassung an die jeweilige Veranstaltung (von der Dinner/Abendveranstaltung bis Ausstellungsbeleuchtung).
- Atmosphäre schaffen durch farbige Beleuchtung.

3. Neue Lichtregelung


Es gibt die Möglichkeit einige neue LED-Leuchtentypen auch über die vorhandene Dimmeranlage zu regeln. Das ist vor allem dann interessant, wenn die bestehende Verkabelung nicht getauscht werden kann oder die Dimmeranlage unbedingt weiter genutzt werden muss.

Einfacher Wechsel zu LED-Technik mit Weiternutzung der Dimmeranlage
 © Feiner Lichttechnik

Grundsätzlich werden die Dimmer/Treiber von LED-Leuchten aber normalerweise direkt über Bussysteme wie DALI oder DMX gesteuert. Im Veranstaltungsbetrieb bietet sich eine Ansteuerung über DMX an. Dabei ist zu beachten, dass für längere Ein- und Ausblendzeiten DMX mit 16bit oder zumindest ein Timing-Kanal benötigt wird, da sonst nur stufige und keine weiche Überblendungen möglich sind.

FBox LED-Dimmer mit 16bit DMX und HDTV-Tauglichkeit © Feiner Lichttechnik

4. Lichtplanung

Der optimale Einstieg in eine Umrüstung sind Messungen der Lichtstärken des Leuchten-Altbestands. Zusammen mit der oben angeführten Bedarfsanalyse ergeben sich Anforderungen an die neue Beleuchtungsanlage. Hier zahlt sich die Zusammenarbeit mit einem Lichtplaner aus.

Falschfarben-Rendering zur Lichtplanung

5. Leuchtentypen

Es gibt für praktisch alle Arten von Glühlichtleuchten einen adäquaten Ersatz in LED-Ausführung. Trotzdem gibt es für Veranstaltungsstätten einige Besonderheiten zu beachten.

  • Moderne LED-Downlights haben oft kleinere Durchmesser als die alten Downlights. Wenn man nicht zu massiven Trockenbau-Maßnahmen greifen möchte, muss man sorgfältig nach passendem Ersatz in gleicher Größe suchen (z.B. Electron LED-Downlights).


 Es werden wegen der Saalhöhen relativ lichtstarke Leuchten benötigt. Dabei sollte auch das Nachlassen der Lichtstärke über die Jahre in der Spezifikation berücksichtigt und eine Leistungsreserve eingeplant werden.



Electron Talus Aufbauleuchte
  • Auch LED-Leuchten benötigen Kühlung. Aktive Kühlung bei Saalbeleuchtung ist aber meistens wegen Lüftergeräuschen und erhöhtem Wartungsaufwand nicht möglich.
  • Normale Tunable White oder Bicolor Leuchten sind zwar in der Farbtemperatur regelbar, reichen aber normalerweise nicht so weit in den Warmton-Bereich, wie häufig bei Abendveranstaltungen gewünscht. In diesem Fall muss man auf Leuchten mit Farbmischung (z.B. Chroma-Q Inspire) zurückgreifen.
  • Besonders wenn Leuchten auch als Arbeitslicht mit sehr langen täglichen Betriebszeiten genutzt werden sollen, müssen diese für den Dauerbetrieb geeignet sein.
Chroma-Q- Inspire Serie mit hochwertiger RGBW-Farbmischung
 © Feiner Lichttechnik


Kosteneinsparung – Best Practice Beispiel der Stadthalle Deggendorf

Das Einsparpotential beim Ersatz von Glühlicht durch LED ist extrem hoch. Je länger dabei die täglichen Laufzeiten der Beleuchtung sind, desto höher ist die Kosteneinsparung.
Die Einsparung durch LED-Technik liegt gegenüber Glühlicht bei 80-90%.

Folgend ein Best Practice Beispiel der Stadthalle Deggendorf.

Licht-Messung mit Vorher-Nachher-Vergleich; Beispiel für Stromkosten Einsparung.

Fördergelder

Neben der Amortisierung der Investition in eine neue LED-Beleuchtungsanlage nach nur 4-5 Jahren gibt es auch noch staatliche Förderprogramme, die vermutlich durch das gerade aufgelegte Klimaschutz-Maßnahmen der Bundesregierung eher noch mehr werden. 
Derzeit kann man hauptsächlich auf das Förderprogramm des Bundesumweltministeriums über den Projektträger verweisen. Auch einzelne Bundesländer haben eigene Förderungen.


Fazit

Mit einem Blick auf das Potential bei der Kosteneinsparung durch LED-Technik, der Anpassung der Beleuchtungsanlage an den heutigen Bedarf sowie dem möglichen Beitrag zum Klimaschutz gibt es keinen Grund eine Umrüstung auf die lange Bank zu schieben.

Kommunale Träger von Veranstaltungsstätten sollten sich außerdem ihrer Verantwortung und ihrer Vorreiterrolle bewusst sein. 
Dem einzelnen Techniker, ob Hausmeister oder technischer Betriebsleiter, kommt auch eine Rolle des technischen Beraters zu, der seinen kaufmännischen Leiter oder den kommunalen Träger zum Handeln auffordern sollte.

Autor: Gerhard Feiner

Weitere Informationen:

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