WSDG plant Akustik für Billionaire St. Moritz

Im ehemaligen Casino St. Moritz ist mit Billionaire St. Moritz eine neue Veranstaltungsstätte entstanden. Umgesetzt von WSDG.

Das direkt an das Grand Hotel des Bains Kempinski angeschlossene Venue kombiniert Dinner-Show und Clubbetrieb. Für die akustische Planung und die AV-Konzeption war das international tätige Planungsbüro WSDG verantwortlich.

Eine zentrale Anforderung des Projekts war die bauliche Entkopplung des Veranstaltungsbereichs vom angrenzenden Hotel. WSDG entwickelte gemeinsam mit dem Systemintegrator Bild+Ton sowie Divercity Architects aus London und dem lokalen Architekten Arion von Meiss eine Raum-in-Raum-Konstruktion. Ziel war es, den Betrieb mit hohen Schallpegeln zu ermöglichen, ohne die Hotelzimmer und angrenzenden Bereiche akustisch zu beeinträchtigen.

Die Planung umfasste Bauakustik, Raumakustik und Elektroakustik und wurde von Gabriel Hauser, Senior Partner und Director of Acoustics bei WSDG, geleitet. Für die Entkopplung wurde eine neue Stahlbetonkonstruktion innerhalb der bestehenden Bausubstanz umgesetzt. Die Wände und die Decke erhielten rund 25 Zentimeter starke Dämmschichten. Die Konstruktion ist auf eine hohe Schalldämmung auch im Tieffrequenzbereich ausgelegt.

Große Fenster als Herausforderung

Besondere Anforderungen stellten die vorhandenen großen Fenster dar. Um deren Schalldämmung an die neu errichteten Gipskartonkonstruktionen anzupassen, wurden die Fenster durch 22 Millimeter starke innere Glasscheiben ergänzt. Auch die Decke besteht aus mehreren Schichten unterschiedlicher Akustikmaterialien. Entkoppelte Anschlagpunkte sind direkt mit der Betonstruktur verbunden und können unter anderem für Rigging und Luftakrobatik genutzt werden.

Das zweigeschossige Venue verfügt über eine VIP-Empore und eine Bühne mit einer rund 35 Quadratmeter großen AOTO-LED-Wand mit einer Auflösung von mehr als 4K. Für Projektionen kommen übereinander angeordnete Epson-Projektoren zum Einsatz. Die technische Ausstattung ist auf unterschiedliche Veranstaltungsformate und Programminhalte ausgelegt.

Für die Beschallung wurde ein d&b-System integriert. Eine zentrale Crestron-Steuerung und ein Yamaha-Mischpult bündeln die Bedienung der Veranstaltungstechnik. Zum System gehören außerdem 34 JB-Lighting-Scheinwerfer, drahtlose Sennheiser-Mikrofone und die Projektionstechnik. Die Steuerung erfolgt über Touchpanels.

Die Unterkonstruktion für die umfangreichen Gipskartonflächen wurde gemeinsam mit dem Cocoon-System-Team von Knauf entwickelt. Dabei wurde neben der statischen Auslegung auch eine zusätzliche Installationsebene für Kabel und weitere Infrastruktur berücksichtigt.

Durch die akustische Trennung soll der Veranstaltungsbetrieb unabhängig von den Betriebszeiten des Hotels möglich sein. Damit wurde die technische Infrastruktur des neuen Venues auf einen ganzjährigen Betrieb bei gleichzeitiger Begrenzung der Schallübertragung in die angrenzenden Hotelbereiche ausgelegt.

Statement:

„Die erforderliche akustische Behandlung machte eine Raum-in-Raum-Konstruktion notwendig“, erklärt Gabriel Hauser. „Die neue Stahlbetonschale erreicht eine deutlich höhere Schalldämmung als das ursprüngliche Mauerwerk. Für die erforderliche Isolation haben wir eine Entkopplung mit einer Abstimmung auf sehr tiefe Frequenzen entwickelt.“

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