Foo Fighters setzen auf Sennheiser Spectera für das In-Ear-Monitoring

Monitor-Engineer Ian Beveridge nutzt Spectera von Sennheiser, um eine stabile HF-Übertragung und ein differenziertes Stereobild zu gewährleisten.

Beim Monitoring der Foo Fighters muss sich der Mix gegen drei verzerrte Gitarren und ein kraftvolles Schlagzeug behaupten. Gleichzeitig soll jedes Instrument im In-Ear-Mix seinen eigenen Platz behalten. Monitor-Engineer Ian Beveridge setzt dafür auf das digitale Breitbandsystem Spectera von Sennheiser. Der Wechsel erfolgte vor einer großen Stadiontournee der Band.

Beveridge arbeitet seit 37 Jahren mit Dave Grohl zusammen. Bereits während der Europatournee von Nirvana zum Debütalbum der Band war er Teil des Teams. Vor dem Umstieg auf Spectera stand zunächst die zuverlässige HF-Übertragung im Vordergrund. Im Einsatz zeigte sich laut Beveridge jedoch, dass das System auch den Arbeitsablauf vereinfachte und zu mehr Transparenz und Räumlichkeit im Monitormix beitrug.

„Es ist wirklich lästig, auf einer Welttournee immer wieder zwischen Schmalbandsystemen wechseln zu müssen, damit sie den jeweiligen HF-Regularien entsprechen“, sagt Beveridge. „Als Spectera auf den Markt kam, habe ich sofort zugegriffen, ohne das System vorher getestet zu haben. Ich hatte genug darüber gehört, um sicher zu sein, dass es gut funktionieren würde. Tatsächlich erwies es sich als noch besser als erwartet und arbeitet äußerst zuverlässig.“

Langjährige Zusammenarbeit mit Dave Grohl

Beveridges Weg zum Live-Sound begann mit einer unbezahlten Stelle in einem Kellerstudio. Später betreute er die Europatournee einer US-amerikanischen Band. Über diese Arbeit kam er mit Nirvana in Kontakt. Ein Vinyl-Exemplar des Albums „Bleach“ brachte ihn dazu, nach London zu reisen und die Band kennenzulernen.

„Das Album hat mich umgehauen. Ich bin nach London geflogen, habe die Band getroffen und bin mit ihr auf Tour gegangen“, erinnert sich Beveridge. „Nach dem Ende von Nirvana rief mich Dave an und fragte: ‚Hey, ich gründe eine Band – möchtest du für mich arbeiten?‘ Als ich 26 war, habe ich zum ersten Mal mit Dave zusammengearbeitet. Dieses Jahr werde ich 63. Das ist eine ziemlich lange Zeit.“

Während Beveridge für das In-Ear-Monitoring inzwischen vollständig auf Spectera setzt, bleibt er bei den Gesangsmikrofonen einer bewährten Lösung treu: Dave Grohl verwendet weiterhin das dynamische Sennheiser MD 431.

Beveridge begründet die Entscheidung neben dem Klang auch mit praktischen Erwägungen. Ein Wechsel zu einem schwereren Messingmikrofon stand bereits einmal zur Diskussion. „Ich sagte: ‚Klar, wir können das Mikrofon austauschen. Aber wenn der Sänger mit 30 Stundenkilometern über die Bühne läuft, gegen das schwere Messingmikrofon stößt und sich dabei die Vorderzähne ausschlägt – willst du ihm das dann erklären?‘ Danach war klar: Wir lassen das MD 431 dort oben. Solange ich der Monitortechniker dieser Band bin, bleibt es ihr Mikrofon.“

Stabiles Stereobild bei dichtem Arrangement

Eine zentrale Herausforderung beim Monitoring der Foo Fighters ist die räumliche Trennung der Instrumente. Mit drei Gitarristen ist das Panning ein wichtiges Werkzeug, um die einzelnen Signale im Mix voneinander abzugrenzen.

Bei herkömmlichen analogen Schmalband-IEM-Systemen werden die beiden Stereokanäle per Multiplexing übertragen. Unter ungünstigen HF-Bedingungen kann sich dadurch die Stereotrennung verschlechtern. Spectera überträgt das Audiosignal digital und soll so eine stabile Links-rechts-Trennung über die gesamte Show hinweg ermöglichen.

„Die Foo Fighters haben drei Gitarristen. Die einzige Möglichkeit, genug Raum zu schaffen, damit man tatsächlich alles hören kann, besteht darin, die Signale im Stereobild zu verteilen“, erklärt Beveridge. „Wenn diese Stereobreite zusammenbricht, verändern sich die Pegel, die Signale überlagern sich und der gesamte Mix funktioniert nicht mehr. Spectera schafft diese Stereobreite und hält die Signaltrennung aufrecht.“

Tim Moore, Artist Relations Manager bei Sennheiser, beschreibt den Vorteil aus Sicht des Herstellers: „Durch die gute Trennung lässt sich eine Gitarre ganz links, eine ganz rechts und eine weitere in der Mitte platzieren. Man muss nicht mit höheren Lautstärken arbeiten, um die Instrumente voneinander unterscheiden zu können. Sie bleiben im Klangbild klar positioniert, was die Ermüdung des Gehörs reduzieren kann.“

Praxistest unter schwierigen HF-Bedingungen

Seinen ersten größeren Praxistest absolvierte das Setup bei einem TV-Live-Auftritt für „Saturday Night Live UK“ in London. Die HF-Umgebung galt als anspruchsvoll. Beim Einschalten des Systems zeigte die WebUI Störsignale in den Frequenzblöcken der Base Stations an.

Beveridge überprüfte daraufhin die Verbindung mit einem Bodypack. Er bewegte sich mit eingesetzten In-Ear-Hörern durch das Gebäude, durch dicke Ziegelwände hindurch und bis hinter die außerhalb abgestellten Produktionsfahrzeuge. Die Verbindung blieb nach seinen Angaben stabil.

Zu den weiteren Vorteilen zählt Beveridge die kurze Dauer der Frequenzkoordination. Außerdem könne er mit einem einzigen Bodypack die HF-Situation an verschiedenen Stellen einer Veranstaltungsstätte überprüfen. Für unterschiedliche Nutzer lassen sich zudem verschiedene Audio Link Modes zuweisen.

„Man kann die verfügbaren Ressourcen an die jeweilige Veranstaltung anpassen“, sagt Beveridge. „Der Lead-Sänger bekommt die niedrigste Latenz. Für die technische Crew oder das Management ist die Latenz weniger entscheidend. Und wenn kurzfristig ein Gastmusiker auf die Bühne kommt, haben wir genügend Kapazität, um einen zusätzlichen Monitormix bereitzustellen und ihm ein Bodypack zu geben.“

Auch bei kurzfristig auftretenden HF-Störungen soll sich die Netzwerkarchitektur des Systems auszahlen. Bei einem herkömmlichen Schmalbandsystem müssten stationäre Geräte auf eine Backup-Frequenz umgestellt und mobile Geräte anschließend manuell synchronisiert werden.

„Wir mussten tatsächlich schon einmal unmittelbar vor dem Auftritt den Frequenzblock wechseln, weil plötzlich Störungen auftraten“, berichtet Beveridge. „Mit Spectera lässt sich das direkt über die Software erledigen. Ohne ein einziges Bodypack anfassen zu müssen, wechseln alle Geräte innerhalb von rund 20 Sekunden auf den neuen TV-Kanal. Das kann eine Show retten.“

Weniger Platzbedarf in der Monitor-World

Neben der HF-Übertragung hat sich auch der Platzbedarf des Monitor-Setups verändert. Die früher verwendeten großen Racks mit zahlreichen Monitorsendern und Antennen-Combinern sind einem kompakteren Aufbau gewichen.

„Unser Rack war früher etwa eineinhalb Meter hoch und vollständig mit Equipment belegt. Jetzt benötigen wir nur noch zwei Höheneinheiten“, sagt Beveridge. „Zwei Base Stations und ein Laptop – das nimmt kaum Platz ein und enthält trotzdem unsere gesamte Monitor-Infrastruktur.“

Für Beveridge ist vor allem entscheidend, dass die Technik im laufenden Betrieb möglichst wenig Aufmerksamkeit erfordert. „Ich denke inzwischen kaum noch über HF nach“, sagt er. „Früher musste ich um acht Uhr morgens vor Ort sein, um die Frequenzen zu koordinieren und zu prüfen, ob alle mobilen Geräte überall funktionieren. Jetzt komme ich um 16 Uhr, höre mit einem Bodypack ab und mische Musik.“

Zum Abschluss richtet Beveridge eine Empfehlung an Monitor-Engineers, die noch über einen Wechsel auf Breitbandtechnik nachdenken: „Wartet nicht – ihr werdet nicht enttäuscht sein. Das ist kein Marketing-Gerede, sondern eine grundlegende Veränderung der Arbeitsweise.“

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(Quelle: Pressemitteilung)

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