Mit Vectorworks 2027 erweitert der Softwarehersteller seine Werkzeuge für die technische Planung von Veranstaltungen und Bühnenproduktionen.
Die neue Version soll Arbeitsabläufe vereinfachen, Planungsdaten übersichtlicher darstellen und die Zusammenarbeit zwischen CAD-Planung, Lichtsteuerung und Visualisierung unterstützen.
Zu den Neuerungen zählen eine überarbeitete Grafikdarstellung, erweiterte Werkzeuge für die Kabel- und Anschlussplanung sowie Funktionen zur Prüfung von Rigging-Konstruktionen. Darüber hinaus integriert Vectorworks neue KI-Funktionen direkt in die Benutzeroberfläche.
„Besonders freue ich mich über die neuen Nano-Banana-Modelle von Google für unseren KI-Visualisierer und die nahtlose Integration des KI-Assistenten in die Vectorworks-Oberfläche“, sagt Alexander Meier, CEO von Vectorworks Germany. „Dieser interagiert sowohl mit der Benutzeroberfläche als auch mit dem geöffneten Dokument. Damit erhalten unsere Anwenderinnen und Anwender direkte KI-Unterstützung genau dort, wo sie täglich arbeiten.“
Überarbeitete Grafik und flexiblere Arbeitsumgebung
Das modernisierte Grafikmodul soll die Darstellung umfangreicher Planungsmodelle beschleunigen und gleichzeitig den Speicherbedarf reduzieren. Damit adressiert Vectorworks insbesondere Projekte mit komplexen Bühnen-, Beleuchtungs- und Veranstaltungsmodellen.
Auch die Organisation von Planungsinformationen wurde erweitert. Datenvisualisierungen lassen sich in wiederverwendbaren Sets zusammenfassen, um Informationen zu Geräten und Ausstattung projektübergreifend einheitlich darzustellen. Flexibel andockbare Paletten und Webpaletten ermöglichen es, die Benutzeroberfläche an individuelle Arbeitsabläufe anzupassen.
Kabelplanung und Anschlüsse in ConnectCAD
Die Kabelplanung erhält eine gemeinsame Grundlage für Strom- und Datenverbindungen. Verbindungen können direkt an Geräten oder Symbolen definiert werden. Dadurch lassen sich Geräte, Verteiler und Kabelwege aufeinander abstimmen.
Die interne Struktur von Verteilern kann visuell bearbeitet werden. Zusätzlich berücksichtigen die Kabelwerkzeuge Breakout- und Break-in-Längen. Ziel sind detailliertere Installationspläne, die sich für die Montage verwenden lassen und weniger manuelle Nacharbeit erfordern.
Auch das Platzieren von Anschlüssen an schematischen Geräten wurde überarbeitet. Das Werkzeug übernimmt zuletzt verwendete Einstellungen und vergibt automatisch passende Namen. Dadurch sollen doppelte Anschlussbezeichnungen vermieden und die Erstellung einheitlich beschrifteter Pläne erleichtert werden.
Neue Funktionen für Rigging und Lastenprüfung
Für die technische Planung von Traversensystemen und Beleuchtungs-Rigs bietet Vectorworks 2027 neue Möglichkeiten, schematische Ansichten zu erstellen. Gespeicherte Sets lassen sich in unterschiedlichen Shows wiederverwenden. Legenden, Datenstempel und Bemaßungen werden dabei automatisch übernommen.
Auch die Positionierung und Prüfung von Lasten wurde erweitert. Lasten, Bridles und Kettenzüge lassen sich mithilfe von Fangfunktionen präzise platzieren. Eine strukturierte Lastenhierarchie erleichtert die Bearbeitung und die detaillierte Prüfung einzelner Anschlagpunkte.
Die neuen Werkzeuge sollen die Erstellung und Kontrolle von Rigging-Planungen unterstützen. Die technische Bewertung und Freigabe sicherheitsrelevanter Konstruktionen bleibt dabei weiterhin Aufgabe der verantwortlichen Fachplaner.
MVR, GDTF und Lichtplanung
Vectorworks Spotlight 2027 erweitert die Werkzeuge für den Datenaustausch mit Lichtkonsolen und Previsualisierungssystemen. GDTF-Gobos können direkt in Vectorworks bearbeitet werden. Beim Import von MVR-Dateien lassen sich Ebenen und Daten gezielt auswählen; Fixture-Modi können per Drag-and-drop zugewiesen werden.
Auch die Bearbeitung von Scheinwerferparametern wurde angepasst. Einstellungen lassen sich in aufklappbaren Gruppen organisieren, sodass häufig benötigte Parameter schneller erreichbar sind. Individuelle Palettenlayouts können gespeichert und in anderen Projekten wiederverwendet werden.
Eine weitere Neuerung betrifft die Ausrichtung von Pan- und Tilt-Bewegungen in Showcase. Beide Bewegungsrichtungen können für einzelne Geräte invertiert werden, ohne DMX-Werte oder den Patch ändern zu müssen. Laut Hersteller bleiben Cues und Looks auch beim Export in ältere Vectorworks-Versionen korrekt ausgerichtet.
Audioanalyse direkt im Veranstaltungsmodell
Mit dem neuen Werkzeug „Hörebene“ lassen sich Messraster für die Schallanalyse direkt im Veranstaltungsmodell anlegen. Die Daten können per MVR mit externer Audioanalyse-Software ausgetauscht werden. Anschließend lassen sich die berechneten Pegelwerte im Vectorworks-Modell visualisieren.
So können Planende die Schallverteilung innerhalb eines Veranstaltungsraums räumlich darstellen und analysieren. Für die Berechnung werden Lautsprecherobjekte verwendet, anstatt Scheinwerferobjekte zweckzuentfremden.
Die Funktion verbindet damit die dreidimensionale Veranstaltungsplanung mit den Ergebnissen einer akustischen Analyse.
KI-Visualisierung mit Google Nano Banana
Auch die Visualisierung von Entwürfen erhält neue Funktionen. Der direkt in Vectorworks integrierte KI-Visualisierer nutzt die Nano-Banana-Modelle von Google. Bereits das kostenlose Basismodell ermöglicht die Erstellung von Entwurfsbildern. Nano Banana Pro beziehungsweise Nano Banana 2 bieten laut Hersteller zusätzliche Möglichkeiten für 2K-Details, eine differenziertere Szenenauswertung und die Verwendung mehrerer Referenzbilder.
Ergänzend steht Maxon Redshift für Vectorworks zur Verfügung. Die Software ermöglicht eine synchronisierte Echtzeitvisualisierung mit physikalisch korrekter Darstellung von Licht, Schatten und Materialien.
Die neuen Werkzeuge richten sich unter anderem an Planende, die Bühnen- und Veranstaltungskonzepte bereits in frühen Projektphasen visuell vermitteln möchten.
Skizzieren auf dem iPad mit Morpholio
Mit Morpholio by Vectorworks verbindet der Hersteller handgeführte Skizzen auf dem iPad mit der digitalen CAD-Planung. Bestehende Vectorworks-Pläne lassen sich auf das Tablet übertragen, dort zeichnerisch ergänzen und anschließend wieder in die ursprüngliche Vectorworks-Datei importieren.
Maßstabsgetreue Zeichnungen und individuell angepasste Schablonen sollen dabei den Übergang zwischen freiem Entwurf und detaillierter technischer Planung erleichtern.
Vectorworks 2027 ist verfügbar
Die deutsche Version von Vectorworks 2027 ist seit dem 21. Oktober 2026 erhältlich. Das Update umfasst Neuerungen in Vectorworks Spotlight, Braceworks und ConnectCAD und erweitert die Möglichkeiten für die Planung von Veranstaltungen, Beleuchtung, Rigging und technischen Installationen.
Weitere Informationen zu den Funktionen und Produkten stellt der Hersteller auf seiner Website bereit.
(Quelle: Pressemitteilung)







