Die erste UK-Tour des Künstlers Dave seit vier Jahren, begleitend zu seinem Album „The Boy Who Played the Harp“, stellte Anforderungen an ein flexibles Produktionsdesign.
Die Show musste sich visuell an unterschiedliche dramaturgische Momente anpassen. Der Videospezialist Universal Pixels entwickelte dafür ein variables Screen- und Medienserver-System, das die Performance unterstützt und die Erzählstruktur visuell umsetzt.
Nach früheren Projekten arbeitete Universal Pixels erneut mit Video Director und Creative Matt Askem, Licht- und Showdesigner Tim Routledge, Produktionsleiter Paddy Hocken sowie Sam Ridgway von Neg Earth Light zusammen, der für Rigging und Automation verantwortlich war.
Acht bewegliche Tracking-Screens
Zentrales Element des Videodesigns waren acht bewegliche Tracking-Screens über der Bühne. Diese veränderten während der Show ihre Position und Ausrichtung. Das System basierte auf einem Echtzeit-Workflow, der Automation, Tracking und Content-Rendering verbindet. Positionsdaten der Screens wurden direkt an Disguise GX 3 Medienserver übermittelt. Dadurch konnte ein digitales Modell der Bühne kontinuierlich aktualisiert und Inhalte framegenau neu berechnet werden.
Statt fest definierter Cues berechnete das System fortlaufend die Darstellung der Inhalte in Bezug auf Position und Winkel der Screens. So blieb die räumliche Darstellung auch bei Bewegung konsistent.
Abbild der realen Bühne
Universal Pixels Technical Specialist James Morden beschreibt das System als digitales Abbild der realen Bühne, bei dem Inhalte für jedes Bild neu berechnet werden. Mit einer Bildrate von 50 Bildern pro Sekunde konnte die Darstellung in Echtzeit an die Bewegungen angepasst werden, bei gleichzeitig geringer Latenz. Dadurch blieb die Verbindung zwischen Bewegung und Bild nachvollziehbar.
Die Disguise GX 3 Server übernahmen die Wiedergabe, Verarbeitung von Tracking-Daten, Integration von Live-Kamerabildern sowie generative Inhalte über Notch. Das System reagierte damit auf Licht-, Audio- und Performance-Signale. Die Programmierung und Steuerung der visuellen Inhalte erfolgte über die Disguise Designer Software.
Die Integration ermöglichte visuelle Effekte, die auf der Abstimmung zwischen Bewegung und Content basieren. Dazu gehörten Ebenen, Transparenzen und definierte Lichtzustände, wodurch Inhalte zeitweise präsent oder reduziert sichtbar wirkten.
Räumliche Wirkung
Die räumliche Wirkung entstand durch das Zusammenspiel von Screen-Design, Content und Licht. Eingesetzt wurden ROE Visual Vanish V8T LED-Panels mit 60 Prozent Transparenz und hoher Helligkeit. Diese erlaubten es, Licht und Inhalte durch mehrere Ebenen zu führen. Durch Bewegungen der Screens und wechselnde Lichtstimmungen entstanden variable Sichtbarkeiten und Tiefenwirkungen. Zusätzlich wurden zwei weitere ROE Visual Vanish V8T Screens als statische I-Mag-Flächen genutzt, gesteuert über Disguise Medienserver und betrieben mit Brompton Tessera SX40 LED-Prozessoren.
Panasonic AK-UC4000 4K Studiokameras
Für die Kameratechnik kamen sechs Panasonic AK-UC4000 4K Studiokameras zum Einsatz, darunter zwei auf motorisierten Junior 5 Dollies. Ergänzt wurde das Setup durch sechs Blackmagic Micro Studio 4K G2 Kameras für zusätzliche Perspektiven. Die Bildmischung erfolgte durch Matt Askem über eine Kula PPU von Universal Pixels. Dadurch wurden Live-Bilder in das Serversystem integriert und in Echtzeit auf Screens ausgegeben.
Die Kameras arbeiteten im V-Log-Profil, um einen erweiterten Dynamikumfang zu erhalten. Dies war relevant, da sich Lichtverhältnisse und Farbtemperaturen während der Show veränderten. So konnten Kamerabilder und generierte Inhalte besser aufeinander abgestimmt werden und ein einheitliches Gesamtbild erzeugen.
Verteiltes CCTV-System
Zusätzlich stellte Universal Pixels die Video-Infrastruktur für die Produktion bereit. Ein verteiltes CCTV-System mit mehreren Kameras und Monitoren ermöglichte es Band und Crew, die Position des Künstlers auf Hauptbühne, Laufsteg und B-Stage zu verfolgen.
Ein eingespieltes Team war entscheidend für Umsetzung und Anpassung der Show im Tourverlauf. Universal Pixels arbeitete bei der Auswahl der Crew eng mit Matt Askem und Paddy Hocken zusammen.
Transportlösungen
Auch logistische Aspekte wurden berücksichtigt. Transportlösungen wurden so entwickelt, dass Auf- und Abbauprozesse effizient gestaltet werden konnten. Mehrere Racksysteme wurden in kompakten Einheiten zusammengefasst. Die beweglichen Screens stellten zusätzliche Anforderungen an Strom- und Datenverteilung, die durch ein konsistentes Systemkonzept umgesetzt wurden.
Die Umsetzung erforderte eine enge Abstimmung zwischen allen Gewerken. Tests, Kommunikation und kontinuierliche Anpassungen trugen zur Stabilität des Systems bei. Auch während der Tour wurden Abläufe weiter optimiert.





