Tom Adt ist am 26. Oktober 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Mein herzliches Beileid allen Angehörigen und allen, die ihn gekannt haben.
Als ich im Februar 2007 beim pma-Magazin anfing, eilte Tom sein Ruf schon voraus. Ich müsste ihn unbedingt bald kennenlernen, hieß es allerorten.
Und beim Rock im Park in Nürnberg ein Jahr später war es dann soweit: Eine der beiden Bühnen war mit Material von HK Audio ausgestattet und Tom vor Ort, um voller Stolz und äußerst wortgewandt die Vorzüge des Systems zu präsentieren. Ich frischgebackener Chefredakteur eines Fachmagazins und keine Ahnung von Beschallungsanlagen dieser Dimension. Und dann auch noch Volontär Simon im Schlepptau, der das hoffentlich nicht gemerkt hatte. Und dann auch noch ein Interview mit einer Koryphäe – mit Tom Adt. Mir war mulmig zumute. Aber o Wunder: Das Interview mit ihm hüllte mich ein wie ein warmer Regen. Ich musste nur mein Aufnahmegerät einschalten und der Rest ging wie von selbst.
Auf der Rückfahrt war Simon schwer beeindruckt von meiner Frage zu den FIR-Filtern des Systems und hat einiges gelernt, als ich sagte: keine Ahnung, was die machen, aber Tom hat das ja schön erklärt und wir haben’s auf Tape.
Früher an diesem Tag hat Tom mich noch zur zweiten großen Bühne bei Rock am Ring geführt. Dort hing ein System eines renommierten Herstellers. Und ich weiß nicht, wie Tom es angestellt hat, aber es klang im Vergleich zu „seinem“ System so, als hätte jemand Decken über die Lautsprecher gelegt.
Und schon damals ist mir ein sympathischer, offener und neugieriger Mensch begegnet, der mir das Gefühl gab, angekommen zu sein in dieser Branche.
Diese Branche, die er so sehr in sein Herz geschlossen hatte, dass er auch nach einem fulminanten Abschluss seiner Karriere nicht von ihr lassen wollte. Der sein Wissen und seine Erfahrung an sie weitergeben wollte. Und sich stets streitbar in den Ring warf für ihre Intereressen – Unsere Interessen.
Er ist mir sehr ans Herz gewachsen seitdem und ich ihm anscheinend auch ein wenig, sonst hätte er mich wohl nicht wohlmeinend begleitet und immer an den richtigen Stellen nachgehakt.
Alles Gute, Tom. Danke für alles.

