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vor 2 Wochen

Alligatoah (1/2): Lichtdesign mit Addi Schmidt

Alligatoah live in der Max-Schmeling-Halle Berlin. # © Markus Wilmsmann

Alligatoah in eine Schublade zu stecken ist fast unmöglich – und mit seiner irrwitzigen Mischung aus mannigfaltigen Bereichen des kulturellen Lebens der letzten Jahrzehnte ist der Künstler äußerst erfolgreich. mothergrid hat das Konzert in der Max-Schmeling-Halle im Februar 2019 besucht und sich mit Lichdesigner und -operator Adrian „Addi“ Schmidt über sein Design und die eingesetzte Technik unterhalten.

Gemeinsam mit Soundmann Claudio Malaguti ist Addi seit 2014 dabei, damals spielte Alligatoah noch als Support für sein anderes Projekt Trailerpark – die Venues sind seitdem stetig gewachsen, bis hin zu den größten Arenen des Landes, wie etwa die Arena in Leipzig, die Max-Schmeling-Halle oder die Lanxess-Arena in Köln, die im Herbst 2019 auf dem Programm steht.

Die Vorgaben von Lukas Strobel, so der bürgerliche Name von Alligatoah, waren ganz klar definiert: Das Lichtdesign sollte nicht vom Geschehen auf der Bühne ablenken, sondern einen passenden Rahmen für die sehr theatralisch konzipierte Show liefern – ständiges wildes Gewackel der Movinglights wäre also fehl am Platz gewesen. Die Farbe grün galt es zu vermeiden und die Scheinwerfer sollten möglichst unauffällig platziert werden.

Kein Freund von Frontlicht

Addi Schmidt würde am liebsten völlig auf Frontlicht verzichten und zieht stets Gassenlicht vor, um eine gewisse Tiefenwirkung zu erzielen und den Vordergrund des Bühnengeschehens herauszuarbeiten. Da es der Künstler aber (im Gegensatz zur letzten Tour) gerne hell haben wollte, hängen einige Robe BMFL WashBeam im Dach. Die Geräte wurden von Addi Schmidt nicht zuletzt aufgrund ihrer Blendenschieber spezifiziert, um bestimmte Bereiche sauber abschatten zu können.

Außerdem im Einsatz: Martin MAC Viper Profile in zwei Traversen und zwei Leitern an den Bühnenseiten, Martin MAC Quantum Wash, Martin Atomic 3000 LED Strobes, ETC Source Four für die Beleuchtung der Hotelzimmer, SGM Q7 für den Backdrop und GLP X4 Bars für die Illumination der Hotelfassade, die zudem von Ayrton Magicdot SX umrahmt wurde. Für den passenden Haze sorgten MDG ATMe Hazer.

Am Front of House: ChamSys MQ500

Addi Schmidt hat sie alle gehabt: Scancommander, Lightcommander, Hog, grandMA und wie sie alle heissen – durch die Zusammenarbeit mit Gunnar Loose lernte er schließlich ChamSys kennen und schätzen. Nicht nur, weil er auf „exotische“ Technik steht (aus der Exotenecke hat sich ChamSys in den letzten Jahren ziemlich erfolgreich herausgearbeitet). Das Preis/Leistungsverhältnis findet er ebenso überzeugend wie den Workflow oder den eingebauten Medienserver. Im Video erklärt er seine Arbeitsweise und die Konfiguration des Pultes etwas genauer.

Besonderer Gimmick: Eine Drehbühne von Kulissenwelt

Die Show vereint Elemente von Konzert, Musical und Theater in sich – als besonderer Gimmick hat Michael Stüttgen von Kulissenwelt eine voll funktionsfähige und tourtaugliche Drehbühne konstruiert, die dem Künstler Alligatoah einige spektakuläre Auftritte beschert. Während der Show sind hinter der Bühne vier Setbauer und fünf Stagehands damit die beschäftigt, die passenden Kulissen für den jeweiligen Song bereitzustellen.

Insgesamt eine wunderbar abwechslungsreiche Show, bei der Addi Schmidt mit seinem Lichtdesing der Spagat zwischen unaufdringlichem, einrahmenden Begleitlicht und großen Momenten großartig gelungen ist.

Als technischer Dienstleister fungierte Complete Audio aus Berlin.

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