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Kaleidoskop der Räume mit L-Acoustics L-ISA

Innovative Audiotechnik und modernes Sounddesign treffen auf Musik des 17. Jahrhunderts.

Fabian Russ und Carlo Grippa in ihrem Audiodom in der Franziskanerklosterkirche Zeitz (v.r.)

Klänge im Raum bewegbar machen und so ein dreidimensionales Hörerlebnis schaffen – das war seit jeher das Ziel des Leipziger Komponisten Fabian Russ. Im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfestes setzte er seine Vision nun um: Gemeinsam mit Toningenieur Carlo Grippa installierte er einen 360-Grad-Klangdom und entschied sich dabei für ein L-ISA Klangsystem von L-Acoustics.

Immersive Audio holt Heinrich Schütz ins 21. Jahrhundert

Die Idee für die einzigartige Installation entsteht 2018, als Orchestronik-Klangkünstler und Komponist Fabian Russ eine Anfrage von Dr. Christina Siegfried erhält, der Intendantin des Heinrich Schütz Musikfestes: Er solle einige Klanginstallationen rund um das Thema Heinrich Schütz arrangieren, dabei ließe man ihm jegliche künstlerische Freiheiten. Für den jungen Leipziger ist es die ideale Gelegenheit, seine bisherigen Produktionen auszubauen und dem Publikum ein vollumfängliches und immersives 360-Grad-Sounderlebnis zu bieten.

Russ‘ Plan hat es in sich: Er möchte die „Psalmen Davids“ von Heinrich Schütz, ein musikalisches Meisterwerk und Vorreiter der barocken „Surround“-Technik, für einen 3D-Audio-Dom aufbereiten und bearbeiten, um diesen dann in Schütz‘ Begräbnisstätte, der Unterkirche der Frauenkirche Dresden, einzubauen.

Den dafür benötigten Dom stellt Not A Number, ein Leipziger Studio für 3D-Audio-Produktionen. Exklusiver Partner des Projekts ist der renommierte Dresdner Kammerchor unter der Leitung von Hans Christoph Rademann, der Fabian Russ und Carlo Grippa für jede neue Installation Material sowohl in Einzel- als auch Multikanalspuren zuspielt. Das Ausgangsmaterial stellt der Carus-Verlag zur Verfügung.

Russ taucht dann in die komplexen Werke ein, verwebt Samples der Originalkomposition mit eigenen, elektronischen Komponenten und kreiert so ein lebendiges Hybrid aus barocken Klassikern und modernen Sounds. Um die so entstandenen Kompositionen in der Kuppel zu bewegen und das Publikum in einen dreidimensionalen Klangraum eintauchen zu lassen, nutzen Russ und Grippa die vielfältigen Möglichkeiten der L-ISA-Technologie von L-Acoustics.

Am Ende ist aus dem Projekt ein vierteiliger Zyklus geworden, der 2019 in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden seinen Anfang nahm und im Jahr 2022, dem eigentlichen Heinrich-Schütz-Jubiläumsjahr, zu einem fulminanten Finale geführt werden wird. In diesem Sinne ist die Klanginstallation „Kaleidoskop der Klänge“ ein Botschafterprojekt und Ausgangspunkt für alle Aktivitäten von Fabian Russ und Dr. Christina Siegfried anlässlich des Jubiläumsjahres, das unter dem Motto „weil ich lebe“ an den Komponisten Heinrich Schütz erinnert. Eine würdiges Huldigung an Schütz, der immerhin zu den bedeutendsten Komponisten des Frühbarock zählt.

3D-Audiodesign mit L-Acoustics L-ISA

L-ISA widmet sich ausschließlich der räumlichen Audioverarbeitung und ermöglicht durch ihre leistungsstarke Multicore-Architektur moderne objektbasierte Misch- und Raumsimulationen. Als Russ und Grippa bei der Prolight + Sound 2018 auf L-ISA stießen, waren sie sofort begeistert: „Wir waren nachdrücklich beeindruckt von der Möglichkeit, den Sound auch über uns drüber wandern zu lassen“, erinnert sich Russ.
Das Herzstück der L-ISA-Technologie ist der L-ISA-Prozessor, der von der L-ISA-Controller-Software ferngesteuert wird.

Für das 3D-Audiodesign nutzen Russ und Grippa neben L-ISA von L-Acoustics zudem die Software Ableton. Nachdem die musikalischen Arrangements üblicherweise als WAV-Dateien in Ableton importiert wurden, legen die beiden Klangkünstler in L-ISA sinnvolle Gruppen- oder Source-Plugins (z. B. Chöre oder Streicher) an. Für jede einzelne Tonspur schreiben sie dann eine Automation, wobei nicht nur horizontale, sondern auch vertikale Bewegungen im Raum möglich sind. Dank einer anschaulichen visuellen Darstellung des sich im Dom bewegenden Audiosignals erleichtert L-ISA das Arrangement der Tonspuren.

Im Anschluss daran werden die Audiosignale vom L-ISA-Prozessor in die Verstärker beziehungsweise die sich dahinter befindenden Lautsprecher geschickt. Die Amps und die Lautsprecher werden dabei komplett digital angesteuert. Technische Unterstützung erfuhr das Projekt durch die Firma Groh-PA.

Systemdesign mit L-Acoustics LA4X und X4i

Die Domkonstellation stellt Lautsprechersysteme vor besondere Herausforderungen: Unauffällig und leicht müssen die Speaker sein, dürfen dabei aber nicht an Klangqualität einbüßen. Russ und Grippa setzen hierfür auf 32 Stück X4i von L-Acoustics, die in regelmäßigen Abständen in dem halbkugelförmigen Klangdom angeordnet sind. Die Lautsprecher stechen im Vergleich zu anderen Herstellern insbesondere in Bezug auf unerwünschte Effekte wie Rauschverhalten oder Kopplungseffekte, die bei solch kurzen Distanzen zwischen Speakern häufig entstehen, positiv hervor. Betrieben werden die X4i an einigen LA4X Controller-Endstufen.

Die Soundkünstler sind begeistert von der Arbeit mit L-ISA: „Ich habe noch nie ein Klangsystem gehört, was so nahtlos und weich arbeitet in der Auffächerung von Klängen. L-Acoustics hat einen Dreh gefunden, die Klänge wirklich in der Klangstruktur beizubehalten, auch wenn wir sie bewegen“, sagt Carlo Grippa. „Wir schicken ein Signal rein und das, was hinten rauskommt, auch wenn es prozessiert ist, klingt von der Klangstruktur her noch genauso“.

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