„Forum Veranstaltungswirtschaft“ fordert sofortige Öffnungsperspektive

Die Zeit sei reif für einen sofortigen Wegfall aller Beschränkungen öffentlicher Veranstaltungen – so lautet eine der Forderungen des „Forum Veranstaltungswirtschaft“.

Die kürzlich angekündigte Verlängerung des Kurzarbeitergeldes lediglich bis Ende Juni 2022 greife für die Branche zu kurz und müsse für den extrem von den Corona-Eindämmungsmaßnahmen betroffenen Wirtschaftszweig mindestens bis Ende dieses Jahres gelten.

Prof. Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) sagt: „Wir respektieren seit Beginn der Pandemie alle Eindämmungsmaßnahmen und setzen sie uneingeschränkt um. Dass es aber bisher immer noch keine verbindliche Exit-Strategie gibt, die Veranstaltern eine zuverlässige Planung ermöglicht, ist nicht weiter akzeptabel. Wir fordern die Bundesregierung auf, hier unverzüglich entsprechende Beschlüsse zu fassen.“

Axel Ballreich, Erster Vorsitzender der LiveMusikKommisson (Livekomm) ergänzt, dass: „…Beschränkungen von Indoor-Veranstaltungen auf 1.000 und von Open Airs auf 10.000 Personen…“ nicht mehr für ihn nachvollziehbar wären. Vor allem müsse klar sein, dass die Branche aufgrund der langen Vorlaufzeiten von einem Ende der Maßnahmen ohnehin erst frühestens im Spätherbst profitieren werde – so Ballreich weiter.

„Es geht ja nicht nur darum, dass wir seit zwei Jahren keine wirtschaftlichen Veranstaltungen durchführen können. Unsere Kunden verlieren immer mehr das Vertrauen, dass angekündigte Veranstaltungen auch tatsächlich stattfinden“, berichtet Timo Feuerbach, Geschäftsführer des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren (EVVC). „Das Kaufverhalten im gesamten Veranstaltungsbereich befindet sich für zukünftige Events auf einem noch nie dagewesenen Tiefstand. Es wird noch sehr lange dauern, bis die Branche sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erholt hat.“

Forderung nach branchenspezifischem Sonderprogramm

Zwar begrüßten die Verbände des Forums, dass der Bundesarbeitsminister die erleichterte Kurzarbeiterregelung bis Ende Juni verlängern will. Für die Veranstaltungsbranche reiche das aber nicht aus. „Um Ausnahmeregelungen auf unsere so besonders betroffenen Unternehmen zu beschränken, fordern wir schon lange ein branchenspezifisches Sonderprogramm“, berichtet Linda Residovic, Geschäftsführerin des Verbandes für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT). Sie geht davon aus, dass eine Fortbeschäftigung von Arbeitnehmern über die Jahresmitte hinaus wesentlich von einer branchenspezifischen Kurzarbeits-Regelung abhängt.

„Trotz beachtlicher Hilfen blutet die Branche wirtschaftlich zunehmend aus. Hilfen werden zurückgefordert, gestundete Steuern werden von den Finanzämtern bereits jetzt fällig gestellt, obwohl sich die Situation des Wirtschaftszweigs zwischenzeitlich sogar noch verschlechtert hat.“, mahnt Marcus Pohl, Erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft (isdv). „Wir müssen wieder uneingeschränkt arbeiten dürfen, sonst verlieren wir einen bedeutenden Wirtschaftszweig, der 2019 noch zu den Top-Märkten der Welt zählte. Es muss auch für uns endlich einen funktionierenden Neustart geben.“

Die Regierung müsse verstehen, dass die beachtlichen Hilfen des Bundes unter diesen Bedingungen leider immer noch nicht ausreichen. „Neben den Kulturveranstaltern mussten auch die Messe-, Kongress-, Tagungsveranstalter und Betreiber von Veranstaltungshallen ihren Geschäftsbetrieb in den letzten zwei Jahren nahezu vollständig einstellen. Die Verluste der Gesamtbranche liegen längst im zweistelligen Milliardenbereich“, klagt Michael Kynast, Vorstandsmitglied des Fachverband Messen und Ausstellungen (FAMA). „Wenn die bisherigen Hilfen nicht vergeblich gewesen sein sollen, ist es dringend erforderlich, dass die neue Regierung mit uns schnell darüber spricht, wie eine praxisorientierte Lösung aussehen muss.“

Über das Forum Veranstaltungswirtschaft

Das Forum Veranstaltungswirtschaft ist die Allianz sechs maßgeblicher Verbände des Wirtschaftsbereichs: dem BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.), dem EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.), dem FAMA (Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.), der ISDV (Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft), dem LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.) und dem VPLT (Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.).

Ziel der Allianz ist es, Netzwerke, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln, um damit und durch einen gemeinsamen Auftritt bei der politischen Lobbyarbeit noch schlagkräftiger zu sein.

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