Naostage hat sein Performer-Tracking-System K SYSTEM während der Festivalsaison 2026 bei neun französischen Festivals eingesetzt.
Dazu zählten Art Rock, 3iS Fest, Festival de Poupet, Main Square Festival, Les Vieilles Charrues, Les Plages Électroniques, La Route du Rock, No Logo BZH und Festival Roi Arthur. Die Einsätze zeigen, wie sich automatisiertes Tracking bei häufigen Bühnenwechseln und kurzen Umbauzeiten nutzen lässt – ohne Sensoren oder Tags an den Künstlern und ohne Neukalibrierung zwischen den Auftritten.
15 Produktionen auf einer Bühne
Beim Festival Art Rock in Saint-Brieuc fanden innerhalb von drei Tagen 15 Produktionen auf einer Bühne statt. Jede brachte eigene Künstler, Lichtdesigner und gestalterische Anforderungen mit. Zeitweise waren bis zu zehn Followspots gleichzeitig im Einsatz.
Naostage arbeitete dort gemeinsam mit dem technischen Partner Art.light. Ein KAPTA-Sensor und eine KAM-Kamera erfassten die Bewegungen. Das System wurde einmal vor Festivalbeginn eingerichtet. Anschließend konnten die wechselnden Lichtdesigner die Trackingdaten in ihre jeweiligen Produktionen einbinden, ohne das Setup zwischen den Auftritten neu kalibrieren zu müssen.
„Bei einem Festival kommt man nicht dazu, die Künstler mit Trackern auszustatten. Beaconless-Tracking ist die einzige Möglichkeit, Gast-Headliner direkt nacheinander ohne Vorbereitung und ohne zusätzliche Übergangszeit zu verfolgen“, sagt Olivier Le Doeuff, Tracking-Operator beim Art Rock.
Auch Bewegungen über die Bühne hinaus ließen sich abdecken. Verließ ein Künstler die Bühne und lief ins Publikum, übernahm zunächst das automatische 3D-Tracking des zur Bühne ausgerichteten KAPTA-Sensors. Für die Verfolgung durch die Menge bis zum FOH-Platz kam manuelles Tracking über die Perspektive der KAM-Kamera und eine SpaceMouse zum Einsatz. So blieb der Künstler während des gesamten Weges im Licht.
„Das System einmal einrichten, den Lichtdesignern saubere PSN-Daten zur Verfügung stellen und es anschließend das Festival über laufen lassen“, beschreibt Le Doeuff den Ablauf.
Tracking bei unterschiedlichen Produktionen
Beim 3iS Fest am Institut international de l’image et du son stand neben den technischen Anforderungen auch die praktische Ausbildung im Vordergrund. An drei bis vier Aufführungen pro Tag kamen Konzerte, Theater sowie Rock-, Pop- und elektronische Musik zusammen. Studierende konnten das Performer-Tracking erstmals in einer realen Produktionsumgebung einsetzen.
Die Installation bestand aus einem zur Bühne ausgerichteten KAPTA-Sensor und zwei KAM-Kameras, die in neun Metern Höhe an einer Mitteltraverse montiert waren. Das Tracking erfasste einen Bereich von 15 × 9 Metern. Zum Einsatz kamen 2D- und 3D-Tracking sowie die Integration über PSN und KratOSC.
Für neue Produktionen legte das Team kurz vor dem Auftritt zusätzliche 3D-Tracking-Zonen in der Software KRATOS an, anstatt das gesamte Setup neu aufzubauen. Auch Künstler, die von der Bühne auf die FOH-Plattform wechselten, konnten ohne zusätzliche Vorbereitung erfasst werden.
„Die größte Herausforderung ist die Zeit – und die Ausstattung der Künstler während des Bühnenwechsels“, sagt Joshua Kieffer, Tracking-Operator beim 3iS Fest.
Von der Bühnenerfassung zur Lichtsteuerung
Im Laufe der Festivalsaison erfasste das System unter anderem Auftritte von De La Soul, Babyshambles, Fontaines D.C., Shaggy, Cassius, 47TER, Georgio, Sébastien Tellier, Disiz, Thylacine, Suzane, Bertrand Belin, Jolagreen23, Jasmine Not Jafar, No Pain No Pain und Folie’s.
Der Signalweg besteht aus KAPTA-Sensoren und KAM-Kameras zur Bewegungserfassung, einem KORE-Server zur Echtzeitverarbeitung der Positionsdaten und der Software KRATOS zur Weitergabe der Trackingdaten an die vorhandene Produktionsumgebung. Häufig steuern die Daten Moving Lights, die als automatisierte Followspots eingesetzt werden. Über offene Protokolle lassen sich auch Audiosysteme, Medienserver, Bühnenautomation und weitere Systeme einbinden.
Bei einem Einsatz in diesem Sommer steuerte K SYSTEM Followspot-Scheinwerfer am FOH-Platz, rund 80 Meter von der Bühne entfernt.
Für wechselnde Festivalbedingungen ausgelegt
Im Festivalbetrieb ändern sich Lichtstimmungen, Dunstkonzentration und Bewegungsabläufe fortlaufend. Hinzu kommen Effekte wie CO₂-Jets und Flammen sowie LED-Flächen, die die Sicht der Kameras beeinträchtigen können.
KAPTA kombiniert fünf Kameras: eine Kamera im sichtbaren Spektrum, zwei Nahinfrarotkameras und zwei Wärmebildkameras. Ein in zehn Metern Höhe installierter Sensor kann einen Bereich von bis zu 20 Metern Breite und 15 Metern Tiefe abdecken. Zusätzliche KAM-Kameras lassen sich so positionieren, dass sie durch Bühnenbild oder andere Elemente entstehende Sichtbereiche ergänzen.
Laut Naostage lässt sich K SYSTEM in 20 bis 30 Minuten installieren. Das System kann bis zu 64 Ziele gleichzeitig verfolgen und wird in zwei Flightcases transportiert, die von einer einzelnen Fachkraft eingesetzt werden können.
Die Einsätze bei neun Festivals verdeutlichen die Anforderungen an Tracking im Livebetrieb: kurze Umbauzeiten, wechselnde Produktionen und Künstlerbewegungen, die über die eigentliche Bühnenfläche hinausgehen. Das System soll sich in bestehende Abläufe integrieren lassen, ohne zusätzliche Vorbereitungen für die auftretenden Künstler zu erfordern.
Mehr zum K System erfahrt ihr unter: www.naostage.com
(Quelle: Pressemitteilung)





