Mit dem Nubank Arte Lab ist in São Paulo ein permanenter Ausstellungsort für immersive Kunst und digitale Erlebnisse entstanden.
Die 2.700 m² große Einrichtung befindet sich im Conjunto Nacional, einem modernistischen Gebäudekomplex an der Avenida Paulista. Das Haus wurde am 15. August 2026 eröffnet.
Die technische Ausstattung umfasst zwei Projektionsräume, eine transparente LED-Fassade, eine dreidimensionale LED-Skulptur und einen Spiegelraum. Hinzu kommen Digital Signage sowie AV-Technik für Veranstaltungs- und Konferenzbereiche. Die Systeme sind für wechselnde Ausstellungen, digitale Kunst, Performances und Firmenveranstaltungen ausgelegt.
Entwickelt wurde das Projekt von Aventura, einem brasilianischen Betreiber von Kulturstätten, und dem Experience-Studio Deeplab Project in Zusammenarbeit mit der Digitalbank Nubank. Die Architektur stammt von Jacobsen Arquitetura. ON übernahm das technische AV-Konzept, die Signalverteilung, die Auswahl und Lieferung der Komponenten sowie Installation, Programmierung, Kalibrierung und Inbetriebnahme.
„Das Nubank Arte Lab ist der größte Raum Brasiliens, der vollständig für immersive, interaktive und ausstellungsbasierte Projekte konzipiert wurde. Unser Ziel ist es, einzigartige Erlebnisse für unsere Partner und Besucher zu schaffen“, erklären Aventura und Deeplab Project in einer gemeinsamen Stellungnahme. Mit ON habe man einen Partner gefunden, der die Verbindung von Klang, Projektion und Technologie umsetzen könne.
29 Projektoren für zwei immersive Räume
Die beiden Projektionsräume messen jeweils 23 × 9 m bei einer Deckenhöhe von vier Metern. Bespielt werden drei Wände und der Boden. Spiegelwände erweitern den visuellen Raum und beziehen Reflexionen in die Gestaltung ein.
ON installierte 29 Barco-Projektoren mit WUXGA-Auflösung und Ein-Chip-DLP-Technologie. Davon übernehmen 18 G50-W6 die Wandprojektionen, während elf leistungsstärkere G62-W9 für die Bodenflächen eingesetzt werden. Zwei weitere Geräte dienen als Ersatzprojektoren.
Laut ON erreicht das System eine Beleuchtungsstärke von 218 Lux an den Wänden und 174 Lux auf den Böden. Damit wird die Vorgabe von mindestens 150 Lux übertroffen. Bei der Auswahl der Projektoren spielten neben der Helligkeit auch Schwarzwert und Kontrast eine Rolle. Eine graue Wandoberfläche unterstützt den Kontrasterhalt.
Elf speziell konfigurierte Server nutzen Dataton Watchout zur Wiedergabe, geometrischen Anpassung und Überblendung der Bilder. Die Projektionen können für neue Ausstellungen neu kalibriert und zugeordnet werden.
Die erste Ausstellung, O Brasil de Tarsila, widmet sich der brasilianischen Malerin Tarsila do Amaral. Rund 40 Werke werden in mehr als zehn Szenen durch Projektionen, interaktive Elemente, einen eigens produzierten Soundtrack und sensorische Effekte neu interpretiert.
LED-Fassade und dreidimensionale Skulptur
An der Eingangsseite des Gebäudes befindet sich eine transparente LED-Fassade mit 84 m² Fläche. Die L-förmige Konstruktion ist vier Meter hoch und erstreckt sich über 17 m entlang der Fassade sowie weitere vier Meter um die Gebäudeecke.
Zum Einsatz kommen LED-Komponenten von One Display und Kinglight mit einem variablen Pixelabstand von 3,9 bis 7,8 mm. Die Helligkeit liegt laut Projektangaben bei mehr als 4.000 Nits, die Transparenz bei 75 Prozent. Die Gestaltung entstand durch den Künstler Muti Randolph in Zusammenarbeit mit Jacobsen Arquitetura.
Im Innenbereich ergänzt die LED-Skulptur „Voxel“ das Konzept. Sie misst etwa 2 × 4 × 5,7 m und besteht aus 8.352 einzeln ansteuerbaren LED-Punkten. Eine eigens von Muti Randolph entwickelte Software ermöglicht die Darstellung generativer Inhalte in einem dreidimensionalen Volumen.
Der sogenannte Infinity Room nutzt eine 10 × 3,5 m große LED-Wand. Spiegel an Boden, Decke und Seitenwänden reflektieren die Bilder vielfach und erzeugen so den Eindruck eines unbegrenzten Raums.
AV-Technik für Veranstaltungen und Konferenzen
Über dem Ticketbereich informieren fünf professionelle 65-Zoll-Displays mit 4K-Auflösung über die Digital-Signage-Plattform Foyosi. Für Veranstaltungen steht eine 11 × 4 m große LED-Wand mit 2,9 mm Pixelabstand zur Verfügung.
Der separate Besprechungsraum „ON Meet“ verfügt über zwei Projektionswände und eine spezielle Software zur Darstellung großflächiger Bildinhalte.
Umsetzung und laufender Betrieb
Nach Angaben von ON waren 28 Spezialisten an Planung, Beschaffung, Import, Installation, Programmierung und Betrieb beteiligt. Die beiden Projektionsräume wurden innerhalb von 77 Tagen nach Vertragsunterzeichnung fertiggestellt. Die LED-Fassade, der Voxel, die Displays im Eingangsbereich und der Infinity Room folgten innerhalb von 114 Tagen. Der Eröffnungstermin wurde eingehalten.
„Ein Projekt dieser technischen und künstlerischen Komplexität innerhalb eines so engen Zeitrahmens umzusetzen, ohne Abstriche bei Qualität oder visueller Wirkung zu machen, ist für uns ein wichtiger Erfolg“, sagt Hugo Rodrigues, CEO von ON Creative Visual Tech Provider. Das Unternehmen war bereits in der Konzeptphase beteiligt und verantwortet weiterhin den täglichen technischen Betrieb.
Ein Techniker ist täglich bis zu zwölf Stunden vor Ort und übernimmt Systemstart, Überwachung und Abschaltung. Zusätzlich bietet ON monatliche Wartung, Störungsbehebung und Ersatzgeräte an.
Fünf Wochen nach der Eröffnung wurde mit Jornada Muti Randolph + MAOTIK eine zweite immersive Produktion ergänzt, während O Brasil de Tarsila weiterhin gezeigt wurde. Die technische Infrastruktur ist damit auf wechselnde Inhalte und unterschiedliche Veranstaltungsformate ausgelegt.
„Unsere Aufgabe endete nicht mit der Eröffnung. Durch den täglichen Betrieb und die technische Betreuung unterstützen wir das Nubank Arte Lab dabei, neue Inhalte zu integrieren und sich mit jeder Ausstellung und Veranstaltung weiterzuentwickeln“, so Rodrigues.
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(Quelle: Pressemitteilung)





