GLP TWYN beim Theaterfestival in Mérida

Beim 72. Festival Internacional de Teatro Clásico de Mérida in der spanischen Region Extremadura kamen GLP TWYN Dual-Face-Moving-Heads in der Produktion „Bacanal“ zum Einsatz.

Lichtdesigner Nicolás Fischtel (AAIV), der auch die technische Koordination der Produktion verantwortete, nutzte die Scheinwerfer, um die Beleuchtung von Schauspiel, zeitgenössischem Tanz und historischer Architektur miteinander zu verbinden.

Das Römische Theater von Mérida geht in seinen Ursprüngen auf das Jahr 15 v. Chr. zurück und ist Teil des denkmalgeschützten historischen Ensembles der Stadt. Die Installation von Veranstaltungstechnik unterliegt entsprechend strengen Vorgaben. Scheinwerfer dürfen nur an festgelegten Positionen montiert werden. Für das Lichtdesign bedeutete dies, dass die verfügbaren Positionen möglichst viele unterschiedliche Aufgaben abdecken mussten.

„Ich brauchte einen kompakten, leichten und vielseitigen Scheinwerfer, der von derselben Position aus mehrere Funktionen übernehmen kann“, erklärt Fischtel.

Zwischen Schauspiel und zeitgenössischem Tanz

Die von Chevi Muraday inszenierte und choreografierte Produktion „Bacanal“ basiert auf einem Text von Juan Carlos Rubio und verbindet Schauspiel mit zeitgenössischem Tanz. Beide Ausdrucksformen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Lichtgestaltung.

Während die gesprochenen Szenen eine eher konventionelle Beleuchtung erforderten, boten die Tanzpassagen Raum für eine dynamischere Gestaltung mit bewegten Lichtbildern und Effekten.

„Das Licht musste zwischen einem eher klassischen Ansatz für die gesprochenen Passagen und einer mutigeren, weniger traditionellen Gestaltung für den Tanz wechseln“, sagt Fischtel.

Für das Gegenlicht nutzte der Lichtdesigner die Wash-Seite des GLP TWYN. Diese verfügt über ein 3 × 3 angeordnetes RGBL-LED-Array und einen motorisierten Zoombereich von 4 bis 53 Grad. Damit ließ sich die Lichtverteilung je nach Szene zwischen breiten Flächen und engeren Akzenten variieren.

Die neun einzeln ansteuerbaren Zonen sowie integrierte Effektmakros ermöglichten darüber hinaus pixelbasierte Lichtbilder für die bewegungsintensiven Passagen.

Bühnenlicht und historische Architektur aus einer Position

Eine Besonderheit des GLP TWYN ist sein Dual-Face-Konzept: Neben der Wash-Seite verfügt der Moving-Head über eine zweite, separat nutzbare LED-Fläche. Diese ist vom GLP JDC Burst 1 inspiriert und mit RGBL-LEDs ausgestattet.

Fischtel setzte diese Seite ein, um die historische Bühnenarchitektur hinter der Spielfläche farbig zu beleuchten. Dabei ist insbesondere die monumentale scaenae frons, die historische Bühnenfassade des römischen Theaters, ein prägendes Element des Veranstaltungsorts.

Durch die Kombination beider Seiten konnten die Scheinwerfer gleichzeitig das Gegenlicht auf der Spielfläche erzeugen und die Architektur im Hintergrund illuminieren. Zusätzliche Montagepositionen für separate Beleuchtungsaufgaben waren dafür nicht erforderlich.

Das Konzept ermöglichte es, die szenische Beleuchtung und die Inszenierung des historischen Raums miteinander zu verbinden, ohne die Vorgaben für die Installationstechnik zu überschreiten.

Elektronisches Rave-Finale mit Strobe- und Pixeleffekten

Im Finale von „Bacanal“ wechselt die Inszenierung von der antiken Thematik zu einem modernen elektronischen Rave. Die Anlehnung an die Bacchanalien der römischen Antike wird dabei in eine zeitgenössische musikalische und visuelle Sprache übertragen.

Für diese Sequenz nutzte Fischtel insbesondere die Strobe-Funktion und die integrierten Effektmakros des TWYN.

„Der Strobe hat eine starke Wirkung und ausreichend Leistung. Gleichzeitig steht eine große Auswahl an Makros mit unterschiedlichen Effekten zur Verfügung, die sich einfach auswählen lassen“, erklärt der Lichtdesigner.

Während der gesamten Produktion konnten die Wash-Funktion, die rückseitigen LED-Flächen und der Strobe unabhängig voneinander oder in Kombination eingesetzt werden. Dadurch deckte das System unterschiedliche Aufgaben ab – vom klassischen Gegenlicht über die Architekturbeleuchtung und pixelbasierte Effekte bis zu den intensiven Lichtbildern des Finales.

Auch die mechanischen Eigenschaften des Moving-Heads waren für den Einsatz relevant. „Das ist ein sehr robuster und kompakter Scheinwerfer mit hoher Leistung in allen Funktionen sowie sehr schnellen, endlosen Pan- und Tilt-Bewegungen“, sagt Fischtel.

GLP TWYN im Theaterbetrieb

Mit „Bacanal“ kam der GLP TWYN in einem Umfeld zum Einsatz, das sich von klassischen Konzert- und Clubproduktionen unterscheidet. Die Anforderungen des historischen Theaters umfassten sowohl die präzise Beleuchtung der Darsteller als auch die Integration der Architektur in das visuelle Konzept.

Der Dual-Face-Moving-Head ermöglichte es, beide Aufgaben von denselben, festgelegten Installationspositionen aus zu erfüllen. Zugleich bot er die Möglichkeit, die Lichtgestaltung zwischen gesprochenen Szenen, Tanzpassagen und dem elektronisch geprägten Finale anzupassen.

Fischtel zieht ein positives Fazit: „Der GLP TWYN hat uns in jeder Hinsicht voll überzeugt.“

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(Quelle: Pressemitteilung)

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