Eurovision Song Contest 2026 setzt auf Amadeus Acoustics

Beim Eurovision Song Contest 2026 in der Wiener Stadthalle kam erstmals ein System von Amadeus Acoustics zum Einsatz, um die wahrgenommene Schallrichtung innerhalb einer Arena an die visuelle Inszenierung anzupassen.

Die Produktion des 70. Eurovision Song Contest umfasste zwei Halbfinals und das Finale am 16. Mai. Rund 10.500 Besucher verfolgten die Veranstaltung vor Ort, während die Show nach Veranstalterangaben weltweit 131 Millionen Menschen erreichte.

Die Audioproduktion setzte 2026 mehrere neue Ansätze um. Dazu gehörten unter anderem L-Acoustics-K3-Lautsprechercluster sowie der Einsatz des drahtlosen Systems Sennheiser Spectera für Mikrofone und In-Ear-Monitoring.

Das Audioteam unter Leitung von Sound Engineer Richard Redl und Mixing Engineer Johannes Minichmayr stand zudem vor der Aufgabe, die akustische Wahrnehmung der Zuschauer an die wechselnden visuellen Schwerpunkte der Show anzupassen. Neben der Hauptbühne spielte dabei der am hinteren Ende der Arena gelegene Green Room eine zentrale Rolle.

Räumliche Audiosteuerung zwischen Bühne und Green Room

Im Green Room hielten sich die teilnehmenden Künstler vor ihren Auftritten auf. Außerdem wurden dort Gespräche mit den Moderatoren geführt. Für das Publikum sollte der Eindruck entstehen, dass die Stimmen tatsächlich aus diesem Bereich der Halle kommen und nicht weiterhin von der Hauptbühnen-Beschallung wiedergegeben werden.

Dafür wurde die wahrgenommene Schallquelle zwischen zwei festen Positionen verschoben: der Hauptbühne und dem Green Room. Entscheidend war dabei ein fließender Übergang, damit die Änderung der akustischen Perspektive nicht als technischer Effekt wahrgenommen wurde.

Mit Amadeus ART Immersive konnte das Audioteam die Position des Klangbilds während der Show anpassen und damit die Verbindung zwischen Bild und Ton herstellen. Statt kontinuierlicher Bewegungen im Raum wurden kontrollierte Übergänge zwischen den beiden definierten Positionen genutzt.

Integration in die Produktionsumgebung

Das System wurde über Dante in die bestehende Infrastruktur eingebunden. Amadeus ART::IP übernahm die Verarbeitung der immersiven Audiosignale, während ART::Director als Software-Schnittstelle zwischen Mischkonsole, DirectOut PRODIGY-System und dem Spatial-Audio-Workflow eingesetzt wurde.

Die beiden festen Positionen für Hauptbühne und Green Room konnten über OSC-Befehle eines Stream Decks abgerufen werden. Über definierte Fade-Zeiten ließ sich der Übergang zwischen den Klangpositionen steuern. Dadurch erhielt das Audioteam eine einfache Möglichkeit, die akustische Perspektive während der Live-Show anzupassen.

Während der Veranstaltung wurde das System bei allen Moderationen aus dem Green Room verwendet. Der Einsatz für Musik beschränkte sich auf einen zentralen Moment: die Eröffnungszeremonie des Finales.

Einsatz bei der Eröffnungszeremonie des Finales

Während der Eröffnungszeremonie trat der Vorjahressieger mit einer Produktion auf, die Elemente klassischer Musik, Tanz, Akrobatik und Orchester verband. Da sich das Orchester im Green Room befand, musste der vollständige Mix auf die umgekehrte Beschallungsrichtung übertragen werden.

Das Amadeus-ART-System ermöglichte dabei die Abstimmung der Lautsprecherpositionen für die umgekehrte PA-Anordnung und einen Übergang ohne hörbare Unterbrechungen. Musik, Moderation und weitere Showelemente blieben dadurch mit der visuellen Inszenierung verbunden.

Einsatzmöglichkeiten für zukünftige Produktionen

Für Richard Redl war der Einsatz von Amadeus ART Immersive beim Eurovision Song Contest ein neuer Ansatz für die räumliche Audiogestaltung bei großen Live-Produktionen. Gemeinsam mit dem technischen Produktionspartner Agora wurde das System erstmals in diesem Rahmen eingesetzt.

„Wir haben viel Zeit investiert, um die Anforderungen zu analysieren und den passenden Ansatz zu finden. Bereits beim ersten Testlauf waren alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden“, erklärt Redl.

Johannes Minichmayr sieht insbesondere bei zukünftigen Musikproduktionen weitere Einsatzmöglichkeiten für räumliche Audiosysteme. Die Kombination aus automatisierten Abläufen, Positionsdaten und 3D-Daten könne helfen, Klangbilder stärker mit Bühnenbewegungen und visuellen Elementen zu verbinden.

Der Einsatz beim Eurovision Song Contest 2026 markiert den ersten Einsatz von immersivem Spatial Audio in diesem Produktionskontext. Weitere Anwendungen könnten folgen, wenn räumliche Audiosteuerung gezielt für einzelne Showmomente eingesetzt wird.

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(Quelle: Pressemitteilung)

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