NAMM: John Mlynczak zu den Auswirkungen globaler Zölle auf die Musikprodukteindustrie

Die National Association of Music Merchants hat die mündliche Stellungnahme veröffentlicht, die NAMM-Präsident und CEO John Mlynczak am Freitag, den 8. Mai, vor dem Section-301-Komitee des Büros des United States Trade Representative (USTR) in Washington, D.C. vorgetragen hat.

In seiner Aussage schilderte Mlynczak eindringlich die Auswirkungen von Zöllen auf amerikanische Unternehmen, die musikalische Bildung sowie Nutzer:innen von Musikinstrumenten. Die Ausführungen ergänzen die bereits zuvor von NAMM eingereichten schriftlichen Stellungnahmen und die darin enthaltenen Daten.

Die vollständige mündliche Stellungnahme von NAMM-Präsident und CEO John Mlynczak (auf Englisch) kann hier eingesehen werden.

Das USTR wählte 151 Verbände und Unternehmen aus, um persönliche Stellungnahmen zur Unterstützung der insgesamt 811 eingegangenen schriftlichen Kommentare abzugeben. NAMM gehörte dabei neben etablierten Organisationen wie der Consumer Technology Association, der Consumer Brands Association und der United Auto Workers zu den ausgewählten Teilnehmern.

In seiner Stellungnahme hob Mlynczak die unbeabsichtigten Folgen der aktuellen Zollpolitik für die US-amerikanische Musikprodukteindustrie hervor, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher weiterer Maßnahmen der Regierung im Rahmen der Section-301-Befugnisse. NAMM setzt sich weiterhin für faktenbasierte handelspolitische Maßnahmen ein, die amerikanische Hersteller, Händler und Schülerinnen und Schüler nicht unverhältnismäßig belasten.

„Zölle verschlechtern die Wettbewerbsbedingungen für amerikanische Unternehmen und die Millionen von Schülerinnen und Schülern, die auf einen erschwinglichen Zugang zu Musikinstrumenten angewiesen sind“, sagte Mlynczak. „Unsere Branche ist auf globale Lieferketten angewiesen, die über Generationen hinweg aufgebaut wurden. Maßnahmen, die die Kosten erhöhen, ohne die heimische Produktionskapazität auszubauen, verringern letztlich die Teilnahme an musikalischer Bildung und schwächen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der USA.“

NAMM-Aktivitäten im Rahmen der Section-301-Untersuchungen

Die Regierung hatte am 17. März angekündigt, die Ergebnisse der Section-301-Untersuchungen zu strukturellen Überkapazitäten und Produktionsbedingungen in 16 Ländern nutzen zu wollen, um zuvor im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängte Zölle wieder einzuführen.

NAMM reichte am 15. April formelle Stellungnahmen ein und forderte das USTR auf sicherzustellen, dass mögliche handelspolitische Maßnahmen präzise auf die untersuchten Praktiken abgestimmt werden und keine Kollateralschäden für eine Branche verursachen, die auf offenen globalen Handel angewiesen ist, um amerikanische Schülerinnen und Schüler, Schulen sowie Musikerinnen und Musiker zu versorgen.

Am 28. April legte NAMM zudem eine mündliche Stellungnahme vor und sagte am 8. Mai bei der Anhörung zu Überkapazitäten im Rahmen der Section-301-Untersuchung aus. Dabei wurden die Anliegen der Branche dargelegt und Fragen des USTR-Section-301-Komitees beantwortet.

Nach Abschluss der Anhörungen vom 5. bis 8. Mai wird erwartet, dass das USTR konkrete Maßnahmenvorschläge vorlegt, wodurch eine zweite öffentliche Kommentierungsphase eingeleitet wird. NAMM will sich weiterhin aktiv in den Prozess einbringen und seine Mitglieder informieren, sobald die nächste Möglichkeit zur Stellungnahme eröffnet wird.

Zentrale Aussagen der NAMM-Stellungnahme

In seinen Ausführungen betonte Mlynczak insbesondere:

  • Die US-amerikanische Musikprodukteindustrie repräsentiert ein Marktvolumen von 9 Milliarden US-Dollar innerhalb eines globalen Marktes von 19,5 Milliarden US-Dollar; NAMM vertritt dabei mehr als 10.000 Unternehmen.
  • Die globalen Lieferketten für Musikinstrumente basieren auf spezialisierten Materialien und handwerklichem Know-how, das nicht kurzfristig im Inland reproduziert werden kann.
  • Zölle erhöhen die Kosten für amerikanische Hersteller, während ausländische Wettbewerber Preisvorteile erhalten.
  • Instrumente für Einsteigerinnen und Einsteiger – von zentraler Bedeutung für die musikalische Bildung – sind besonders stark betroffen: Die Importe von Blasinstrumenten gingen 2025 um 27 Prozent zurück, die von Klavieren um 20 Prozent.
  • Ein eingeschränkter Zugang zu Einsteigerinstrumenten gefährdet langfristig die Nachfrage nach professionellen, in den USA hergestellten Instrumenten sowie das gesamte musikalische Ökosystem.
  • NAMM fordert das USTR auf, im Falle neuer Zölle Ausnahmeregelungen für Musikinstrumente, Komponenten und Materialien im Rahmen von Produkten des HTS-Kapitels 92 einzuführen.

„Musikalische Bildung und das aktive Musizieren sind grundlegende Bestandteile der amerikanischen Kultur und wirtschaftlichen Stärke“, ergänzte Mlynczak. „Wir appellieren respektvoll an die politischen Entscheidungsträger, sicherzustellen, dass handelspolitische Maßnahmen die Schülerinnen und Schüler, Unternehmen und Gemeinschaften, die diese Branche tragen, unterstützen – und nicht behindern.“

(Quelle: Pressemitteilung)

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