Motor Stage Automation (MSA) hat für die jüngste Arena-Tournee von „Another Brick in The Wall, Part 5“ zentrale Automationskomponenten geliefert.
Die Produktion des Østre Gasværk Teater aus Kopenhagen basiert auf Pink Floyds Album „The Wall“ und verbindet Rockmusiktheater mit Bühnenautomation und Artist Flying. „Another Brick in The Wall, Part 5“ wurde 2023 im Østre Gasværk Teater unter der Regie von Heinrich Christensen uraufgeführt. MSA war bereits seit Beginn des Projekts als Automationspartner beteiligt.
Für die aktuelle Produktion musste das ursprünglich für ein Theater konzipierte Bühnenkonzept für zwei Arena-Spielstätten adaptiert werden: die Jyske Bank Boxen in Herning und die Royal Arena in Kopenhagen. Dabei galt es, die Automationssysteme sicher und innerhalb kurzer Umbauzeiten in die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten zu integrieren.
Bühnenlifte für die Szenografie
MSA lieferte insgesamt fünf Bühnenlifte: drei M 1020-L und zwei M 1020-S. Die drei größeren Lifte waren im hinteren Bühnenbereich positioniert. Zwei davon trugen jeweils eine 1 × 2 Meter große Plattform, während der dritte mit einer individuell gefertigten 2 × 2 Meter großen Plattform ausgestattet war.
Die Lifte bewegten Teile der Band und des Backline-Equipments im Verlauf der Inszenierung aus dem Bühnenbereich heraus beziehungsweise hinein. Zusätzlich mussten die Systeme akustische Elemente rund um das Schlagzeug aufnehmen. Die zulässige Last (ELL) der Lifte liegt bei jeweils 450 kg.
Die beiden M 1020-S waren direkt in die Bühnenkonstruktion integriert und wurden synchron angesteuert. Über eine kreisförmige Öffnung in der Hauptbühne hoben und senkten sie eine Plattform für Schauspieler und Performer.
Für diese Anwendung wurde die Steuerung über das MOVEKET I-Motion Expert-T III entsprechend angepasst. Die in den Bühnenliften integrierte Soft-Edge-Funktion, die für sanftere Übergänge im Bewegungsverhalten sorgt, wurde für das synchron arbeitende Liftpaar ebenfalls angepasst.
Unterhalb der Bühne installierte MSA zudem ein eigenes CCTV-System. Damit konnte Automationsoperator Jakob Thau die Bereiche rund um die bewegten Bühnenelemente während des Betriebs überwachen.
Artist Flying mit fünf Winches
Ein weiterer Schwerpunkt der Automation war das Fliegen von Performern. Dafür kamen vier MOVEKET 125 kg VMW-S High-Speed Entertainment Winches zum Einsatz. Die für Artist Flying zugelassenen Winden erreichen laut Projektangaben Geschwindigkeiten von bis zu drei Metern pro Sekunde.
Die vier Winches wurden innerhalb eines sechs Meter durchmessenden und 52 Zentimeter hohen Traversenkreises montiert, der an der Oberkonstruktion über der Bühne hing.
Für eine weitere Fluganwendung wurde eine Alfa System ZF Winch eingesetzt. Dafür fertigte MSA spezielle Adapter und Konstruktionsteile an, um die Winde in einem Teilstück einer HOF MLT TWO-Traverse zu integrieren und anschließend in den Automations-Traversenkreis einzubinden.
Die zusätzliche Tragfähigkeit der ZF Winch wurde für eine Szene benötigt, in der fünf Personen gemeinsam an einem Aufhängepunkt als eine Art „Kronleuchter“ geflogen wurden.
Automation und Licht im gemeinsamen Traversensystem
Anders als bei der ursprünglichen Theaterproduktion wurde die Automation bei der Arena-Version nicht vollständig hinter Bühnenvorhängen und Blenden verborgen. Das industrielle Erscheinungsbild der Konstruktion wurde bewusst als Teil der Gestaltung eingesetzt.
Über der Bühne kamen zwei Traversenkreise zum Einsatz: einer für die Automation und ein größerer für die Beleuchtung. Die Flugseile mussten dabei die Lichttraverse passieren, ohne die Bewegungsabläufe zu behindern. Entsprechend wichtig waren die Abstimmung zwischen den Gewerken und die präzise Positionierung der Systeme.
Gesteuert wurde die gesamte Automation über eine MOVEKET I-Motion Expert-T III-Konsole mit vollständig redundantem Backup-System. Automationsoperator Jakob Thau und Head of Automation Mathias Kromann begleiteten die Tour. Für Auf- und Abbau stellte MSA zusätzlich vier Techniker bereit.
Nach Angaben von MSA waren alle eingesetzten Produkte nach EN 17206 zertifiziert und für die konkrete Anwendung angepasst.
Vom Theater in die Arena
Die zentrale Herausforderung bestand darin, das ursprünglich für eine Theaterbühne mit Unterbühne entwickelte Automationskonzept auf Arena-Spielstätten zu übertragen. Die Jyske Bank Boxen war die erste Station, anschließend wurde das System für die Royal Arena angepasst.
Dabei mussten die unterschiedlichen baulichen Voraussetzungen und die kurzen Zeitfenster für den Wechsel zwischen den Spielstätten berücksichtigt werden. Neben der technischen Planung waren deshalb präzise Abläufe bei Aufbau, Anpassung und Inbetriebnahme erforderlich.
Die technische Gesamtkoordination der Tour übernahm 4K Projects im Auftrag des Østre Gasværk Teater. Weitere beteiligte Unternehmen waren Allround Rental, VIGSØ Dryhire, Allround Lyd & Lys und Live Nation.
Søren Møller, Manager des Østre Gasværk Teater, fasst die Zusammenarbeit zusammen: „Wir waren stolz und zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Motor Stage Automation. Sie macht unsere Arbeit mit Automation und Artist Flying sicher und strukturiert.“






