GLP TWYN prägen Aloks Lichtdesign in der O2 Academy Brixton

Lichtdesigner Alexander Hesse setzt 24 GLP TWYN bei Aloks Show in der O2 Academy Brixton als Backlight und Architekturlicht ein.

Für Aloks Show „Rave the World“ in der Londoner O2 Academy Brixton entwickelte Lichtdesigner und Show Director Alexander Hesse von A Light Production ein reduziertes Lichtdesign. Im Zentrum standen 24 GLP TWYN, die gemeinsam mit zwölf GLP JDC1 an einer einzelnen Traverse hinter dem DJ positioniert waren. Statt die Hybrid-Strobes hauptsächlich für Strobe-Effekte oder direktes Publikumslicht einzusetzen, nutzte Hesse sie überwiegend zur Gestaltung der Bühne und des Raums.

„Mit dem TWYN ließ sich die Bühne sehr gut formen. Ich habe ihn eher als Architekturlicht eingesetzt, statt ihn nur als Strobe zu nutzen oder auf das Publikum zu richten“, erklärt Hesse.

Hesse ist Creative und Show Director bei A Light Production und arbeitet seit fünf Jahren als Lichtdesigner und Operator für Alok. Die Zusammenarbeit begann 2020 während des Lockdowns. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Künstler folgte der erste gemeinsame Auftritt beim Untold Festival in Rumänien.

Auch die Verbindung zu GLP reicht mehrere Jahre zurück. Um 2017 lernte Hesse Mark Ravenhill und die ersten Scheinwerfer des Herstellers kennen. Zu seinen frühen Erfahrungen mit GLP gehörten der JDC1 und die impression X4 Bars.

„Damals arbeiteten alle mit Beams, praktisch sämtliche EDM-Künstler. Die GLP impression X4 Bar war dagegen ein flacher, linearer Scheinwerfer mit einzeln ansteuerbaren Segmenten und Zoom. Das unterschied sich deutlich von den Geräten, die in diesem Bereich bis dahin eingesetzt wurden“, sagt Hesse. „Ich konnte die Scheinwerfer kreativ anders nutzen und Videoinhalte sowie Bitmaps auf sie legen, statt sie ausschließlich für bestimmte Interaktionen mit dem Publikum einzusetzen.“

O2 Academy Brixton: Ein intimer Rahmen für die Show

Die Location prägte das Konzept von „Rave the World“ wesentlich. In der O2 Academy Brixton fällt der Zuschauerraum zur Bühne hin ab, sodass das Publikum von oben auf das Geschehen blickt. Im Vergleich zu den großen EDM-Produktionen, für die Alok bekannt ist, bietet der Veranstaltungsort einen vergleichsweise intimen Rahmen.

Hesse beschreibt die Bedeutung der Venue für die britische Musikszene: „In Großbritannien weiß jeder, dass viele Karrieren hier beginnen. Zahlreiche aufstrebende Bands spielen zunächst in der Brixton Academy. Der nächste Schritt ist der Alexandra Palace, danach geht es möglicherweise in die O2 Arena. Die Academy hat eine lange Geschichte. Sie ist ein eher intimer, älterer Veranstaltungsort, macht aber einfach Spaß.“

Reduziertes Lichtdesign als Gegenentwurf zur Großproduktion

Die Show in Brixton unterschied sich deutlich von Aloks aufwendigeren Produktionen. Bei der Pyramid Show in Brasilien kam eine rund 30 Meter hohe Pyramidenstruktur zum Einsatz, ergänzt durch etwa 500 Scheinwerfer, 1.500 Drohnen, Pyrotechnik und Laser. Für „Rave the World“ entschied sich das Team bewusst für einen reduzierten Ansatz.

„Die Pyramid Show ist sehr reizintensiv. Ich würde von einer Überlastung der visuellen Wahrnehmung sprechen, so überwältigend ist sie“, sagt Hesse. „Die Show in der Brixton Academy bleibt cool und sehr minimalistisch. Sie versucht nicht, dem Publikum mit Licht die Augen auszubrennen.“

Hinter dem Konzept steht auch Hesses Beobachtung, dass bei Konzerten zunehmend Smartphones statt des unmittelbaren Erlebens im Vordergrund stehen. Das Lichtdesign sollte deshalb Raum für Musik, Bewegung und die Atmosphäre der Location lassen.

„Alok wollte den Fokus stärker auf die Musik legen. Konzerte haben sich verändert. Viele Menschen tanzen nicht mehr, sondern filmen die Show. Ich möchte lieber, dass sie das Geschehen wirklich genießen. Sonst fühlt sich ein Konzert eher wie eine Kunstausstellung an. Bei der Show in Brixton geht es darum, im Raum präsent zu sein und auf andere Weise Teil des Erlebnisses zu werden.“

Diesen Gedanken fasst Hesse mit einer Frage zusammen: „Es gibt die Redewendung: Steigt man auf einen Berg, um die Welt zu sehen, oder damit die Welt einen sieht? Ich gehöre zu denen, die lieber die Welt sehen wollen, als selbst von allen gesehen zu werden.“

GLP TWYN als Backlight und Architekturlicht

Die technische Umsetzung folgt dem reduzierten Konzept. Die zentrale Traverse hinter Alok bildete eine zusammenhängende Lichtstruktur: Zwölf GLP TWYN waren entlang der oberen Kante montiert, zwölf weitere entlang der unteren. Dazwischen befanden sich zwölf GLP JDC1. Ergänzt wurde das Setup durch sechs JDC Line 1000 an weiteren Positionen im Lichtdesign. Über dem Künstler hing eine zehn Meter breite und drei Meter hohe Box, direkt unter der Alok positioniert war.

Der GLP TWYN kombiniert zwei Lichtsysteme in einem doppelseitigen Moving Head. Eine Seite verfügt über ein vom Creos abgeleitetes Washlight, die andere über ein vom JDC Burst 1 abgeleitetes Strobe-System mit LED-Plate. Hesse setzte vor allem die Washlight-Seite ein und richtete die Geräte überwiegend vom Publikum weg.

„Ich wollte ein Backlight. Der TWYN eignet sich dafür sehr gut. Wenn man den Scheinwerfer kippt, lässt sich die Box von hinten konturieren und gleichzeitig der Raum einbeziehen“, erklärt Hesse. „Ich habe damit die Brixton Academy selbst beleuchtet, darunter die Säulen und die Rückseite der LED-Wand. Dadurch entsteht die schwarze Silhouette der Box, die scheinbar in der Luft schwebt.“

Die Scheinwerfer dienten damit nicht nur als Lichtquellen für die Bühne, sondern auch zur räumlichen Gliederung der Installation. Die Architektur des Veranstaltungsorts wurde Teil des visuellen Konzepts.

grandMA3: Zwischen Timecode und Improvisation

Gesteuert wird die Show über eine grandMA3. Alok stellt die Tracks bereit, die Hesse mit Timecode versieht. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil des Sets offen, um spontane Reaktionen auf die Musik und die Situation im Raum zu ermöglichen. Eine vollständig durchgetaktete Show würde diesem Ansatz entgegenstehen.

Hesse hat das Pult deshalb so eingerichtet, dass er die Lichtgestaltung live spielen kann. Statt ausschließlich vorprogrammierte Abläufe abzurufen, nutzt er die Konsole als eigenständiges Instrument und reagiert während des Sets auf die Musik.

Da das Design stark von Videoinhalten geprägt ist, spielte auch die Organisation der Pixel und Segmente in der Steuerung eine wichtige Rolle. Die entsprechenden Funktionen des TWYN erleichterten die Einrichtung.

„Der Scheinwerfer bietet alle notwendigen Optionen, darunter Tilt Invert, Pixel Invert, Segment Invert und White Cell Invert“, sagt Hesse. „Da die Show stark videobasiert ist, war die Anordnung der Pixel besonders wichtig. Die Einrichtung lief reibungslos, und ich musste nur wenig Zeit für die Ausrichtung der Scheinwerfer aufwenden.“

Auch Alok reagierte positiv auf die räumliche Gestaltung des Rigs. „Er war begeistert von der architektonischen Anordnung der Scheinwerfer, den unterschiedlichen Positionen, den Grundlooks und den verschiedenen Gruppierungen“, berichtet Hesse.

Mehr zu den eingesetzten Fixtures erfahrt ihr unter: glp.de

(Quelle: Pressemitteilung)

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