Bei der Nordamerika-Tour von Spiritbox setzte Lichtdesigner und Programmierer PJ Carruth ausschließlich auf 20 GLP JDC2 IP.
Die Geräte standen in einer einzigen Reihe am Bühnenhintergrund und wurden mit der neuen Firmware 2.0 sowie den integrierten DigiFX programmiert. Über das neue Canvas Mapping ließ sich die gesamte Reihe als zusammenhängende Bildfläche ansteuern.
Carruth lebt und arbeitet in Los Angeles als Lichtdesigner und Programmierer. Sein Zugang zur Lichttechnik ist unter anderem durch Mathematik, Naturwissenschaften und angewandte Physik geprägt. Bereits während seiner Schulzeit beschäftigte er sich mit der Programmierung von Moving Lights. Heute liegt sein Schwerpunkt auf vorprogrammierten, timecodebasierten Shows.
„Ich werde typischerweise für Timecode-Produktionen engagiert, bei denen ein sehr hoher Grad an Synchronisierung gefragt ist“, sagt Carruth. „Viele meiner Kunden schätzen meine technische Denkweise und meinen Hintergrund in angewandter Physik. Das macht mich gerade für ungewöhnliche Anwendungen zu einer guten Besetzung.“
Die Musik von Spiritbox bewegt sich zwischen schweren, rhythmisch geprägten Passagen und längeren atmosphärischen Abschnitten. Carruth richtete die Lichtprogrammierung entsprechend eng an der musikalischen Struktur aus.
„Spiritbox möchte eine sehr stakkatoartige visuelle Umsetzung, deshalb lehnt sich meine Programmierung stark an die perkussiven Elemente der Songs an“, erklärt Carruth. „Entscheidend ist, dass das Licht jedem einzelnen Moment seine eigene Stimmung gibt – wie visuelle Untertitel, die sich durch das gesamte Set ziehen.“
Ein Scheinwerfertyp für die komplette Show
Das Touring-Paket umfasste 20 GLP JDC2 IP, geliefert von Volt. Alle Geräte wurden in einer Reihe im Upstage-Bereich des Bühnenbodens positioniert.
„Wir wussten, dass wir für diese Tour ein echtes Schweizer Taschenmesser unter den Scheinwerfern brauchten“, sagt Carruth. „GLPs JDC-Familie gehört für mich seit jeher zu den technisch besten Strobes überhaupt – insbesondere, weil ihre Steuerungsmodi die Möglichkeiten des Programmierers nicht künstlich beschneiden.“
Die Entscheidung für nur einen Scheinwerfertyp stellte dabei besondere Anforderungen an die Vielseitigkeit des Systems.
„Uns war klar, dass wir nur einen einzigen Scheinwerfertyp mitnehmen würden. Also brauchten wir maximale Vielseitigkeit – und vielseitiger als der JDC2 IP geht es kaum. Über ein komplettes Set hinweg kann jeder Song völlig anders aussehen.“
Timecode als Grundlage der Lichtprogrammierung
Die komplette Show war auf Timecode ausgelegt. Für Carruth spielte dabei insbesondere das Ansprechverhalten des JDC2 IP eine Rolle.
„Der JDC2 ist ein reaktionsschneller und zuverlässiger Scheinwerfer, bei dem praktisch keine messbare Eingangslatenz auftritt. Damit eignet er sich ideal für rastergenaue Timecode-Programmierung“, sagt Carruth.
Seinen technischen Ansatz verbindet Carruth mit Konzepten aus der digitalen Kommunikationstheorie. So setzt er unter anderem auf Nyquist-Effekte und Zufallsalgorithmen, anstatt bestimmte Looks ausschließlich über Shutter-Effekte zu realisieren.
„Mit meinem Hintergrund in digitaler Kommunikationstheorie bin ich außerdem der Meinung, dass LED-Scheinwerfer nicht zwangsläufig einen eigenen Shutter-Kanal benötigen. Ein großer Teil meiner Programmierung arbeitet beispielsweise mit Nyquist-Effekten statt synchronisierten Shutter-Looks sowie mit Zufallsgeneratoren statt zufälligen Shutter-Effekten. Deshalb beurteile ich einen Scheinwerfer sehr stark danach, wie er tatsächlich auf DMX-Signale reagiert.“
DigiFX erzeugen Inhalte direkt im GLP JDC2 IP
Der GLP JDC2 IP kombiniert eine in zwölf Segmente unterteilte Beam-Zeile mit 84 LEDs und eine aus 1.728 LEDs bestehende Farbfläche mit individueller Pixelsteuerung.
Mit den integrierten DigiFX können digitale Inhalte direkt im Gerät erzeugt und über das Lichtpult gesteuert werden. Die dafür eingesetzten Echtzeit-Algorithmen laufen auf dem integrierten Dual-Core-Prozessor. Ein Medienserver ist für diese Funktionen nicht erforderlich. Zusätzlich unterstützt der JDC2 IP die direkte Wiedergabe von NDI-Videostreams auf seinen LED-Flächen.
Carruth nutzte zunächst ausschließlich die internen DigiFX für die Show. „Wir lieben das DigiFX-System. Es ist wirklich beeindruckend, wie sich über das DMX-basierte Canvas Mapping ein durchgängiges Muster über sämtliche JDC2 hinweg erzeugen lässt“, sagt er.
„Ursprünglich habe ich das komplette Set ohne externes Video und ausschließlich mit DigiFX programmiert. Während der Proben kamen dann auf Wunsch unseres VJs einige NDI-Cues hinzu. Da MA3 das Tagging von Recipes sehr elegant löst, konnte ich sämtliche DigiFX-Programmierungen als Backup-Looks für einen möglichen Videoausfall behalten und sie mit einem einzigen Makro abrufen. Ein Ausfall des Medienservers hätte mir deshalb keine Sorgen bereitet.“
Firmware 2.0 verbindet 20 JDC2 IP zu einer Bildfläche
Mit der Firmware 2.0 führte GLP einen Canvas-basierten Positionierungs-Workflow mit relativen, absoluten und segmentierten Modi ein. Die einzelnen Scheinwerfer können dabei innerhalb eines definierten Koordinatenraums angeordnet werden.
Dadurch lassen sich Inhalte über eine gesamte Gruppe von Geräten verteilen, anstatt auf jedem Scheinwerfer identisch dargestellt zu werden. Im Fall der Spiritbox-Tour wurden die 20 JDC2 IP so zu einer zusammenhängenden Bildfläche.
„Das Canvas Mapping war deutlich intuitiver, als ich erwartet hatte“, sagt Carruth. „Ich konnte sehr schnell DMX-Presets für die verschiedenen Canvas-Konfigurationen anlegen und diese anschließend entweder auf DigiFX oder auf den Videostream anwenden.“
NDI-Content direkt im Scheinwerfer
Über zwei Gigabit-EtherCon-Ports kann der JDC2 IP bis zu vier externe NDI-Streams direkt empfangen. Ein separates Interface oder eine zusätzliche externe Videoverarbeitung ist dafür nicht erforderlich.
Während der Proben ergänzte Carruth die ursprüngliche DigiFX-Programmierung um ausgewählte Videocues. „Die ursprüngliche Programmierung bestand ausschließlich aus DigiFX. Während der Proben zeigte uns unser VJ dann einige Looks, die wir anschließend in verschiedene Cues eingebaut haben“, sagt Carruth. „Die Latenz war praktisch null – so gering, dass die Videowände und der Projektor sichtbar hinter den JDC2 zurücklagen.“
Ein besonderes Beispiel war ein gesprochenes Gedicht-Interlude. Dabei wurde lesbarer Text auf den JDC2 IP als Teil der visuellen Gesamtkomposition dargestellt.
„Während des Interludes zeigten IMAG, Projektor und JDC2 alle denselben Content. Gerade bei den Outdoor-Shows, bei denen Projektor und Screens durch das Umgebungslicht zusätzlich an Kontrast verloren, hat der Feed auf den JDC2 einen enormen Unterschied gemacht“, erklärt Carruth.
Kurze Changeover-Zeiten auf Tour
Neben den kreativen Anforderungen spielte auch die praktische Umsetzung eine Rolle. Die Tour hatte kurze Changeover- und Pultzeiten.
„Unsere Changeover- und Pultzeiten waren auf dieser Tour sehr kurz. Setup und Programmierung der Scheinwerfer waren jedoch so unkompliziert und effizient, dass wir nie unter Druck geraten sind, alles rechtzeitig zum Laufen zu bringen“, sagt Carruth. „Ich freue mich sehr darauf, diese Geräte künftig auch in weiteren Produktionen einzusetzen.“
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(Quelle: Pressemitteilung)






