500 GLP X-PAR 12Z auf einer Bühne: Beim britischen Festival Reggae Land setzte das Designstudio Auratecture auf eine ungewöhnliche Kombination aus Videoflächen und Scheinwerfern, um auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine sichtbare Lichtshow für jeden Act zu ermöglichen.
Dafür wurden die Scheinwerfer hinter einer durchgehenden Videofläche verborgen, die sich an den Bühnenecken schichtweise öffnete und die dahinterliegende Lichttechnik freilegte. Das Festival fand an zwei ausverkauften Tagen im Milton Keynes National Bowl nordwestlich von London statt. Insgesamt wurden 100.000 Tickets verkauft. Trotz wolkenlosen Himmels funktionierte das Lichtkonzept auch während der Tagesauftritte. „Strahlend blauer Himmel, brütende Hitze – und trotzdem hatten wir eine Lichtshow“, sagt Nick Jevons, Lichtdesigner und Mitgründer von Auratecture.
Videoflächen als Teil des Bühnenbilds
Auratecture ist das Designstudio von Ross Chapple und Nick Jevons. Das Team entwickelt Licht- und Produktionsdesigns für Konzerte, Tourneen und Live-Events und verbindet dabei Lichttechnik mit architektonischen Gestaltungselementen.
Die Veranstalter von Reggae Land wollten 2026 einen gestalterischen Schritt nach vorn machen. Nach mehreren Jahren auf einem etablierten Produktionsniveau sollte die neue Ausgabe deutlich erweitert werden. Auratecture reagierte mit rund 80 Prozent mehr Videofläche und der doppelten Anzahl an Scheinwerfern.
„Wir wollten etwas Großes, Mutiges, das wirklich heraussticht“, erklärt Jevons. „Die Idee war, dass sich das Video von den Bühnenseiten her abschält und riesige Lichtflächen freilegt. Man trägt eine Schicht nach der anderen ab, und hinter jeder kommt etwas anderes zum Vorschein.“
Die Videofläche war nicht auf klassische 16:9-Bildschirme links und rechts der Bühne beschränkt. Stattdessen erstreckte sie sich über die gesamte Bühnenbreite, vom oberen Abschluss bis zum Bühnenboden, und setzte sich um die Bühne herum nach hinten fort. An den Stellen, an denen die Videoflächen zurückwichen, wurden die dicht angeordneten GLP X-PAR 12Z sichtbar.
Dasselbe Gestaltungsprinzip kam an den vier Delay-Türmen zum Einsatz. Dort wurden Videoflächen, Scheinwerfer und PA-Hänge optisch zu einer zusammenhängenden Struktur verbunden.
„Alle Elemente einer Produktion waren zu einem stimmigen Ganzen verbunden, fürs Auge wie fürs Ohr“, sagt Jevons. „Viel zu oft buhlen die Gewerke um Aufmerksamkeit. Hier war alles aus einem Guss.“
500 Scheinwerfer gegen das Tageslicht
Die hohe Anzahl an Scheinwerfern war eine direkte Reaktion auf die Lichtverhältnisse bei einem Festival. Nur der Headliner spielt in der Regel über längere Zeit bei Dunkelheit. Die meisten anderen Acts treten bereits am Tag auf, wenn sich Lichtstrahlen gegen die Helligkeit der Umgebung behaupten müssen.
„Die eigentliche Herausforderung lautet: Wie bekommt man auf einem Festival tagsüber eine Lichtshow hin? Die meisten Acts treten bei Tageslicht auf“, erklärt Jevons. „Video ist so hell und kraftvoll, dass die Scheinwerfer direkt daneben genauso hell sein mussten, um mithalten zu können.“
Im Sommer 2026 gab es während des Festivals keine Wolken, sodass das Konzept unter besonders hellen Bedingungen funktionieren musste. Nach Angaben von Jevons konnte jeder Act auf der Hauptbühne auch tagsüber eine eigene Lichtshow nutzen.
Die X-PAR 12Z wurden mit maximalem Zoom betrieben. Über die gesamte Fläche verteilte Farbverläufe bildeten einen wesentlichen Bestandteil des Looks. Im Vordergrund standen dabei nicht einzelne Beams, sondern eine möglichst geschlossene, intensive Farbwirkung.
„Es ging nicht um die Beams, sondern um die Farben“, sagt Jevons. „Mit dem Haze verschmolzen sie zu einer einzigen Farbmasse. Genau diese Sättigung wollten wir.“
IP-Schutz und Mietpreis als Auswahlkriterien
Neben der Lichtleistung waren zwei praktische Faktoren entscheidend für die Umsetzung: der IP-Schutz der X-PAR 12Z und die Mietkosten. Für den Einsatz auf einer britischen Festivalfläche war der Schutz gegen Umwelteinflüsse laut Jevons eine Voraussetzung. Gleichzeitig ermöglichte der Mietpreis, die benötigte Stückzahl innerhalb des Produktionsbudgets bereitzustellen.
„Ohne IP-Schutz hätte es nicht funktioniert“, betont Jevons. „Und das Budget spielt immer eine große Rolle. Dass wir mit so riesigen Stückzahlen arbeiten konnten, lag am sehr guten Preis.“
Weitere GLP-Scheinwerfer ergänzten das Setup. Der impression X5 übernahm aus einer Trimmhöhe von etwa 13 bis 14 Metern den Haupt-Wash auf der Bühne. Seine Leistung sollte sicherstellen, dass die Beleuchtung auch vor der Videofläche im Hintergrund sichtbar blieb.
JDC Burst 1 waren entlang des Catwalks installiert. Sie dienten sowohl als Strobes als auch als Washlights. Während der Tagesauftritte waren sie zum Publikum ausgerichtet und ergänzten das Design mit ihren Plate-Effekten. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden sie zur Bühne gedreht, um die Künstler beim Gang über den Steg auszuleuchten.
Wichtig war für Jevons auch die Farbkonsistenz zwischen den drei eingesetzten Scheinwerfertypen. „Bei GLP hast du durchgehend dieselbe Farbtemperatur, dasselbe Rot, dasselbe Blau, dasselbe Grün“, sagt er.
PRG lieferte das Equipment für die Produktion. Der Einsatz verlief nach Angaben des Teams weitgehend störungsfrei: Von den 500 X-PAR 12Z mussten lediglich zwei Geräte ausgetauscht werden. Auch bei der Übertragung auf die Videowände traten keine sichtbaren Flackerprobleme auf. Die Scheinwerfer waren im Laufe des Abends wiederholt im IMAG-Bild zu sehen.
Reggae Land 2027 bereits ausverkauft
Die Veranstalter gingen mit der erweiterten Produktion ein erhebliches Kostenrisiko ein. Die Resonanz zeigte sich jedoch bereits kurz nach dem Festival: Weniger als zwei Wochen nach dem Ende der Veranstaltung wurden 55.000 Early-Bird-Tickets für 2027 angeboten und verkauft, noch bevor Headliner angekündigt waren. Zudem meldeten sich Künstlerteams, die Bilder der Produktion in sozialen Netzwerken gesehen hatten, mit Anfragen für eine Rückkehr im kommenden Jahr.
Auratecture wurde erneut verpflichtet. Für 2027 soll das Studio nicht nur die Hauptbühne, sondern das gesamte Festival gestalten.
Wie flexibel sich die Gestaltung an unterschiedliche Produktionsbedingungen anpassen lässt, zeigte sich auch bei Diaspora Calling!, das am selben Veranstaltungsort mit Lauryn Hill, Erykah Badu und Moderator Dave Chappelle stattfand. Für dieses Event stand ein anderes Budget zur Verfügung. Das Design wurde entsprechend verändert: Die Videoflächen an den Delay-Türmen entfielen, die Seiten der Hauptbühne wurden geschlossen und die Anzahl der Scheinwerfer reduziert.
Zugleich sollte sich die Veranstaltung gestalterisch klar von Reggae Land unterscheiden. „Reggae Land war das Statement. Das war das Design, das wir liefern mussten“, sagt Jevons. „Diaspora hatte dieses Budget nicht, also haben wir uns nach der Decke gestreckt. Die Hauptbühne haben wir behalten, die Seiten aber geschlossen. Wir wollten dem Festival einen eigenen, anderen Look geben.“
Auch die Gast-Lichtdesigner, die bei Reggae Land ihre Shows auf der Hauptbühne fuhren, hoben laut Jevons besonders die Wirkung bei Tageslicht hervor. Sie konnten bereits vor Einbruch der Dunkelheit erkennen, wie ihre Lichtgestaltung auf der Bühne wirkte.
Jevons sieht die GLP X-PAR 12Z als wesentlichen Bestandteil des Konzepts: „Die heimlichen Stars waren die GLP X-PARs. Sie geraten leicht in Vergessenheit, weil sie statisch sind. Aber meine Güte, die hauen richtig rein.“
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(Quelle: Pressemitteilung)







