Shure GLX-D+ – Einfach einfach

Die Shure GLX-D+ Shure Dualband-Funksysteme versprechen die perfekte Lösung für unkomplizierte Funkübertragungen für Musik und Präsentationen. Alles wird automatisch und absolut zuverlässig gemanagt, damit ihr euch auf die Performance konzentrieren könnt – so Shure. Die neue Dualband-Funktechnologie kann GLX-D+ sowohl im 2,4- als auch im 5,8-GHz-Band arbeiten, wodurch die verfügbare Bandbreite mehr als verdoppelt wird. Wir haben ein Set mit Tabletop GLXD4+ und Beta 58 Handheld unter die Lupe genommen.

Die Praxis

Wie testet man eine einzelne Funkstrecke um beurteilen zu können wie stabil das System funktechnisch läuft? Richtig. Man sucht sich einen Ort an dem viel los ist im HF-Spektrum. In meinem Fall eine Veranstaltung namens „Warming up“, bei der in wirklich jeder Kneipe in der Innenstadt eines sonst verschlafenen Kleinstädtchens eine Band spielt – 90% davon mit Funkmikrofonen und InEar.

Also fragte ich den Sänger der Band die ich dort betreute, ob er sich auf das Experiment einlässt und er hat zugestimmt. Also angesteckt und los ging´s. Den Empfänger habe ich angeschaltet, nachdem das Funk-InEar der Band bereits lief, damit die Strecke einen realistischen Scan der Spektrums durchführen kann. Danach den Sender eingeschaltet und den ON/OFF Schalter am Mikro deaktiviert (Durch drücken der Link Taste am Sender während dem einschalten). Auf Anhieb hatte ich eine saubere HF-Verbindung. Da der Sänger mit einer sehr kräftigen Stimme gesegnet ist, musste das Gain am Empfänger angepasst werden. Dafür muss zum Glück nicht lange im Menü gesucht werden, dies geschieht über zwei direkt zugängliche Taster am Gerät. Und dann waren wir auch schon startklar für den Soundcheck.

Shure GLX-D+
Am einfachsten wird der Akku im Receiver geladen. Foto: © Shure

Es fehlte leider die Zeit einen direkten AB-Vergleich mit einem kabelgebundenen Beta 58 durchzuführen, mir ist aber klanglich nichts ungewöhnliches an der GLX-D+-Funkstrecke aufgefallen. Zur Feedback-Anfälligkeit mit Wedges kann ich leider nichts sagen, da die Band rein mit InEar arbeitet. Ich kann jedoch attestieren, dass es keine Probleme auf der PA gab (suboptimal aufgestelltes Zeilen-System) und der Gesangssound konnte sich gut gegen Schlagzeug und Gitarren durchsetzen, ohne dass größere Einstellungen am EQ und Kompressor des Pultes notwendig waren.

Die Show lief ohne Probleme und der Sänger fühlte sich auch auf seinem InEar gut versorgt. Da wir in Gruppe 1 funken konnten, lag die Latenz der Funkstrecke bei 4,53ms was also völlig unproblematisch war. (Die Latenzen der einzelnen Gruppen habe ich im Abschnitt „Die Technik“ aufgelistet).

Als Fazit nach dem Einsatz bleibt mir einfach nur zu sagen, die Funkstrecke hat völlig unauffällig und unkompliziert ihren Dienst verrichtet ohne auch nur einen Dropout oder sonstige Probleme. Ein Frequenzmanagement gab es schlicht nicht. Alle funkten also fröhlich und unkoordiniert vor sich hin. Wie gesagt es waren viele Strecken auf relativ engem Raum der Innenstadt im Einsatz da etwa an 15 Orten zeitgleich Konzerte liefen. Die GLX-D+ hat einfach funktioniert.

GLX-D+
Geliefert wird das Set im praktischen Softcase. Foto: © Henning Sommer

Das Package

Geliefert wird das Set aus Empfänger (GLXD4+ in meinem Fall die „Desktop“-Ausführung) und dem Beta 58 Sender in einem Softcase in dem alle Komponenten sicher verstaut werden können. Das Netzteil wird mittels Überwurfmutter am Empfänger verschraubt und kann also kein Eigenleben entwickeln. Der Akku des Senders kann entweder im entsprechenden Schacht des Empfängers oder im Sender verbleibend und Mittels USB-C geladen werden. Zu erwähnen ist noch, dass am Empfänger neben dem obligatorischen XLR-Ausgang auch noch ein Instrumenten-Ausgang vorhanden ist. So kann der Empfänger auch mit dem ebenfalls erhältlichen Instrumenten-Sender verwendet werden. Eine Rack-Version des Empfängers sowie ein Frequency Manager für größere Setups sind ebenfalls im Portfolio zu finden.

Die Einrichtung

Die Einrichtung des Systems erfolgt eigentlich automatisch. Der Empfänger scannt und verbindet sich mit dem Sender ohne weiteres Zutun über die Link-Funktion. Natürlich kann im Bedarfsfall auch manuell gelinkt werden (der Link-Button im Sender befindet sich oberhalb des Akku-Schachts im inneren des Senders). Für den Einsatz mit zwei unterschiedlichen Sendern (z.B. Handheld und Bodypack in einem Konferenzraum) funktioniert das Binden wie folgt. Empfänger einschalten und dann den ersten Sender in Betrieb nehmen. Danach den Sender ausschalten, den zweiten Sender einschalten und die Link Taste am Sender und am Empfänger drücken. Danach auch den zweiten Sender wieder ausschalten – fertig. Natürlich kann nur einer der beiden gelinkten Sender zeitgleich benutzt werden.

GLX-D+ Stecker
Die Stromversorgung des Receivers wird mittels Rändelmutter sicher verbunden. Foto: © Henning Sommer

Die Technik

Bei der GLX-D+ handelt es sich um ein Dual Band Digital Wireless System das also sowohl im 2.4Ghz, als auch im 5.8GHz Band scannt und arbeitet. Das bietet natürlich große Vorteile im manchmal doch recht strapazierten 2.4Ghz-Bereich… Die Latenzen des System variieren je nach genutzter Frequenzgruppe:

  • Gruppe 1: 4,53ms
  • Gruppe 2: 8ms
  • Gruppe 3: 8ms
  • Gruppe A (Frequency Manager): 4,53 ms
  • Gruppe B (Frequency Manager): 8ms

Sperren von Bedienelementen

Nicht nur der Sender kann, wie oben beschrieben, gesperrt werden, sondern auch der Empfänger. Dazu einfach die die beiden Tasten Group und Channel drücken. Zum entsperren einfach erneut diese Tastenkombination drücken.

Akku und Laufzeiten

Der vollgeladene Akku hat, laut Shure, eine Laufzeit von etwa 12 Stunden. Die geschätzte Laufzeit des Senders wird im Display des Empfängers angezeigt und deckt sich mit dieser Aussage. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle noch die Schnell-Ladefunktion. Eine viertel Stunde Ladevorgang reicht für etwa 1.5 Stunden Show. Das ist natürlich Gold wert wenn die Zeit mal knapp wird. Randnotiz: Um schnell zu sehen welcher Sender mit welchem Empfänger verbunden ist, einfach an einem der beiden Geräte die Link-Taste drücken. Der gelinkte Sender blinkt Grün und Rot und das Display des korrespondierenden Empfängers blinkt.

GLX-D+ Inst Out
Neben dem obligatorischen XLR-Out bietet der GLXD4+ auch einen Instrumenten-Ausgang. Foto: © Henning Sommer

Touch & Feel

Das Set das mir zur Verfügung stand, also der Tabletop Empfänger und der Beta 58 Sender sind aus Kunststoff gefertigt. Das Tabletop-Gehäuse findet seinen Platz sicher eher in Konferenzräumen als im Touring-Rack, aber dafür gibt es ja die Version die eine 19 Zoll-Montage ermöglicht. Der Handsender liegt gut in der Hand und während des oben geschilderten Konzert-Einsatzes kam es auch nicht zu ungewöhnlichen Griffgeräuschen.

Das Fazit

Es ist immer etwas schwierig ein System zu beurteilen wenn man nur einen Ausschnitt der Komponenten zur Verfügung hat, aber im Rahmen der Testmöglichkeiten hat das GLX-D+ einen positiven Eindruck hinterlassen. Die einfache Bedienung, die Dual Band Funktion, das stressfreie Handling und die verfügbaren Ausführungen der Komponenten führen mich zu der Aussage dass diese Serie in Konferenzräumen, Fitness-Centern und Kirchen, aber auch bei Bands und Technik-Dienstleistern ihre Anwendung findet.

Weitere Informationen zur GLX-D+Serie erhaltet ihr unter: www.shure.com