In der tschechischen Stadt Jihlava, an der Grenze zwischen Mähren und Böhmen gelegen, ist die Horácká Multifunkční Arena (HMA) weit mehr als die Heimspielstätte des Eishockey-Clubs HC Dukla Jihlava.
Die neue Arena vereint Angebote für Sport, Musik, Bildung und Wirtschaft. Entworfen wurde das Gebäude vom Architekturbüro Chybík a Krištof. Bereits kurz nach der Fertigstellung gilt die Arena als Referenz für kommunale Mehrzweckveranstaltungsstätten und zeigt, welches Niveau vergleichbare Projekte in anderen tschechischen Städten erreichen können.
Mit einer Kapazität von 5.581 Plätzen bei Sportveranstaltungen und bis zu 7.416 Besuchern bei Konzerten verfügt die Arena über eine umfassende und moderne audiovisuelle Infrastruktur. Planung und Umsetzung der Ton-, Licht-, Video- und Bühnentechnik übernahm das Unternehmen MusicData aus Velké Meziříčí.
„Unsere Arbeit begann 2019, als wir von den Architekten der Arena in Jihlava angesprochen wurden, um die Beschallung, Datennetze, Stromverteilung, Bühnentechnik und Beleuchtung zu planen und zu realisieren“, berichtet MusicData-Geschäftsführer Tomáš Ouredníček.
Systemplanung
„Von Beginn an war es unser Ziel, die architektonischen Ideen zu verstehen, weiterzuentwickeln und technisch umzusetzen“, ergänzt Stanislav Muryc, Chefdesigner bei MusicData. „Darüber hinaus haben wir zusätzliche Funktionen integriert, die sowohl das Erscheinungsbild der Innenräume als auch die technische Leistungsfähigkeit der Arena maßgeblich geprägt haben.“
Das Beschallungssystem der Horácká Multifunkční Arena deckt die Tribünen, die Spielfläche sowie sämtliche öffentlichen und internen Bereiche ab. Die Systemplanung basierte auf umfangreichen Erfahrungen von MusicData mit vergleichbaren Multifunktionsarenen und wurde durch wiederholte Computersimulationen sowie akustische Messungen direkt vor Ort optimiert.
„Wir haben uns für ein bewährtes Konzept mit Komponenten des französischen Herstellers NEXO entschieden, insbesondere für GEO S12ST-EN54 Long-Throw-Lautsprecher“, erklärt Ouredníček. „Das Clustersystem sorgt für eine gleichmäßige Beschallung der Tribünen. Jeder Cluster ist zusätzlich mit zwei NEXO LS18 Subwoofern ausgestattet.“
Zum Einsatz kommen außerdem NEXO-typische Technologien wie die Hyperbolic Reflective Wavesource (HRW) und das Configurable Directivity Device (CDD), die eine horizontale Abdeckung von 120 Grad ermöglichen. Dadurch reichen acht Lautsprechercluster aus, um die gesamte Arena gleichmäßig zu versorgen.
Systemverstärkung
Die Systemverstärkung und -verarbeitung erfolgt über NEXO NXAMP4x4Mk2 Powered TD Controller mit einer Gesamtleistung von 126.000 Watt. Die Steuerung des gesamten Audiosystems erfolgt über das Dante-Netzwerkprotokoll und umfasst unter anderem ein Yamaha DM7 Compact Mischpult sowie eine Yamaha Digitalmatrix. Die Datenübertragung erfolgt über optische, kabelgebundene und drahtlose Netzwerke.
Rund 2,5 Tonnen Audiotechnik
Rund 2,5 Tonnen Audiotechnik sind an der Traversenkonstruktion über den Tribünen geflogen. Ergänzend wurden Lautsprecher hinter den Sitzreihen und in weiteren Bereichen der Arena installiert. Delay-Systeme und spezielle Software ermöglichen eine Anpassung an unterschiedliche akustische Situationen im Veranstaltungsbetrieb.
Bereits in der Planungsphase lag ein Schwerpunkt auf der Reduzierung der Nachhallzeit, um eine flexible Nutzung der Halle zu gewährleisten. Akustisch wirksame Decken sowie speziell entwickelte Sitzmöbel trugen wesentlich zu diesem Ergebnis bei. Die finale Abstimmung des Systems erfolgte durch weitere Simulationen und Feinjustierungen.
„Die technische Detailtiefe ist bemerkenswert. Jede Durchsage ist in der gesamten Arena und auch in den Backstage-Bereichen klar verständlich“, so der tschechische TV-Kommentator Robert Záruba über die Arbeit des MusicData-Teams.
Abschließend betont Ouredníček: „Unser Anspruch ist es, Lösungen zu entwickeln, die funktional, praxisnah und gestalterisch stimmig sind. Wir bringen über 30 Jahre Erfahrung in der Planung, Installation und im Touring mit nationalen und internationalen Produktionen ein. Dieses Wissen hilft uns, die Anforderungen von Veranstaltern und Gastproduktionen realistisch und effizient umzusetzen.“







