Das Performer-Tracking-System Follow-Me 3D sorgt auf Luke Combs’ „My Kinda Saturday Night Tour“ für die Verfolgung des Country-Sängers.
Der Country-Musiker Luke Combs hat den britischen Abschnitt seiner My Kinda Saturday Night Tour abgeschlossen. Zu den Stationen der internationalen Stadiontour gehörten Edinburgh, Slane Castle in Irland und drei Konzerte im Londoner Wembley-Stadion. Das letzte Konzert in London fand am 2. August statt. Weitere internationale und nordamerikanische Festival- und Stadionauftritte sind geplant.
Im Zentrum des Lichtdesigns steht Follow-Me 3D, ein System zur Verfolgung von Künstlern auf der Bühne. Es ermöglicht, Combs unabhängig von seiner Position präzise auszuleuchten. Das Lichtdesign verantwortet Silver Bullets Design, das von Combs’ Lichtdesigner Kevin Northrup mitgegründete Unternehmen für kreative Produktions- und Lichtkonzepte. Northrup arbeitet dabei mit Produktionsleiter Jerry Slone zusammen. Das Follow-Me-System wurde von Special Event Services (SES), einem Unternehmen der Concert Stuff Group, bereitgestellt.
Northrup begleitet Combs seit Dezember 2017 und hat inzwischen mehr als 400 Shows mit dem Künstler umgesetzt. Für den Betrieb des Tracking-Systems ist Josh Cox zuständig. Er stieß 2021 als Systemarchitekt und Follow-Me-Programmierer zur Produktion und übernahm zusätzlich die Leitung des Trackings für Combs. Cox und Northrup kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit bei SES vor mehr als 15 Jahren.
„Er ist intelligent, arbeitet hart, ist ein angenehmer Kollege und sagt nie Nein zu einer meiner verrückten Ideen“, sagt Northrup über Cox.
Neben Cox übernimmt ein wechselndes Team aus Lichttechnikern die Steuerung der beiden weiteren Tracking-Ziele. Die Teammitglieder kennen die Show und die Bandmitglieder so gut, dass Northrup die Performer-Verfolgung zeitweise vollständig an Cox und sein Team abgeben kann. Dadurch kann er sich auf andere Aspekte der Produktion konzentrieren.
Einheitliche Lichtqualität bei wechselnden Bühnenbedingungen
„Follow-Me ist das wichtigste System für die ästhetische Gestaltung der Show von Luke“, erklärt Northrup. „Unser Ziel ist es, Luke jederzeit mit einer gleichbleibend hohen Lichtqualität auszuleuchten.“
Northrup und Cox sammelten ihre Erfahrungen mit kameragerechter Beleuchtung bei Jeff Cranfill, einem Mitgründer von SES, der unter anderem die Broadcast-Shows von Joyce Meyer Ministries gestaltet. Die dabei erarbeiteten Grundsätze übertragen sie auf Combs’ Tour. Alle Scheinwerfer werden mithilfe eines Farbmessgeräts kalibriert, um einen neutralen Weißpunkt zu erreichen. Follow-Me ermöglicht es anschließend, die Beleuchtung gezielt auf Combs’ jeweilige Position auf der Bühne auszurichten.
Die Rundumbühne stellt besondere Anforderungen an das Lichtdesign. Einerseits werden ausreichend Scheinwerfer benötigt, um aus unterschiedlichen Richtungen geeignete Beleuchtungswinkel zu erzielen. Andererseits dürfen nicht alle Geräte gleichzeitig eingeschaltet sein, da Videowände und Lautsprecherarrays Teile des Lichtkegels blockieren können. Zudem können ungünstige Winkel starke Schatten im Gesicht erzeugen, die besonders bei Kameraaufnahmen sichtbar werden.
Mithilfe eines Visualizers ermittelte Northrup acht geeignete Positionen im Publikumsbereich. Diese befinden sich je nach Veranstaltungsort überwiegend auf der zweiten Tribünenebene und ermöglichen unterschiedliche Blickwinkel auf Combs. Die Simulation zeigte außerdem, dass für den Betrieb zwei Kameras und zwei Follow-Me-Server erforderlich sind.
An jeder der acht Positionen sind vier Scheinwerfer des Typs Ayrton EagleStrike LT installiert. Zwei Geräte pro Position sind speziell für Follow-Me kalibriert, während die beiden übrigen für die Beleuchtung der Bühne und der Bühnenausläufer eingesetzt werden. Insgesamt stehen damit 16 Scheinwerfer für das Follow-Me-Tracking im Publikumsbereich zur Verfügung.
Vorproduktion mit grandMA und Follow-Me
Ein wesentlicher Teil der Programmierung bestand darin, die grandMA-Lichtsteuerung mit den Follow-Me-Servern zu verbinden. Northrup beschreibt diese Arbeit als große Herausforderung, die ohne geeignete technische Ressourcen kaum zu bewältigen gewesen wäre.
SES stellte dem Team für die gesamte Entwicklungsphase einen Previsualisierungsraum, Lichtsteuerpulte und Follow-Me-Server zur Verfügung. So konnte die Mannschaft das System bereits vor dem Tourstart umfassend vorbereiten.
„Mit meinen Freunden in diesem Raum an einem so großen Projekt zu arbeiten, war einer der schönsten Momente meiner Karriere“, erinnert sich Northrup.
Während der Vorbereitung entdeckte Cox zufällig eine weitere Möglichkeit des Systems. Bei der Einrichtung für eine andere Show stellte er fest, dass Follow-Me ein Objektivprofil für einen Capture-Viewport enthält. Das Team leitete daraufhin zwei Videoausgänge des Visualizer-Rechners jeweils an einen der Follow-Me-Server weiter und ergänzte die erforderliche PosiStageNet-Konfiguration. Dadurch konnten beide Server direkt innerhalb des Visualizers betrieben und die Nutzung des Tracking-Systems bereits lange vor dem Load-in geplant werden.
Proximity-Funktion steuert Bühnenausläufer
Die Flexibilität des Systems kommt auch bei der Steuerung der Fußlichter zum Einsatz. Auf den X-förmigen Bühnenausläufern wurden Scheinwerfer des Typs Acme Pixel Line IP installiert. Sie sollten nur dann eingeschaltet werden, wenn sich Combs in ihrer Nähe befindet.
Statt dafür eine separate Steuerung einzurichten, nutzte das Team die Proximity-Funktion von Follow-Me. Diese Funktion wird üblicherweise verwendet, um statische Scheinwerfer wie Source Fours oder Par Cans über einen DMX-Kanal in die Software einzubinden. Bei der Combs-Produktion wird der DMX-Ausgang als DMX-Remotes in die grandMA-Steuerung eingespeist. Damit lassen sich Sequenzen auslösen, die andere laufende Wiedergaben am Pult übersteuern. „Das hat einwandfrei funktioniert“, sagt Northrup.
Eine weitere Herausforderung ergab sich aus den Sichtbehinderungen bei der Rundumbühne. Videowände und Lautsprecherarrays versperren je nach Position im Raum unterschiedliche Blickachsen. Deshalb können jeweils höchstens vier der im Publikumsbereich installierten Scheinwerfer gleichzeitig auf Combs gerichtet sein. Die übrigen Geräte bleiben während längerer Showabschnitte ungenutzt.
Northrup wollte deshalb Scheinwerfer dynamisch und automatisch aus der songbezogenen Programmierung herausnehmen und sie in Echtzeit in einen Follow-Spot-Look überführen können. Die dafür notwendige Programmierung war aufwendig, funktionierte nach seinen Angaben jedoch zuverlässig.
„Kein anderes Performer-Tracking-System kann das leisten, was dieses System kann. Wir sind sehr stolz auf das, was wir damit erreicht haben“, sagt Northrup.
Erik Berends, Technical Director bei Follow-Me, sieht in der Tour ein Beispiel für den Einsatz der Technologie bei großen Produktionen: „Luke Combs’ Tour zeigt, was Follow-Me bei einer Stadionproduktion dieser Größenordnung leisten kann. Bei einer Rundumbühne muss die Beleuchtung aus jedem Blickwinkel und an jedem Abend in unterschiedlichen Veranstaltungsorten zuverlässig funktionieren. Kevin, Josh und das gesamte Team haben das System auf neue Weise eingesetzt – von der Proximity-Funktion für die Fußlichter bis zur Integration von Follow-Me in den Vorproduktionsprozess. Das zeigt, welche Möglichkeiten entstehen, wenn ein erfahrenes Team die Technologie an die Anforderungen der eigenen Produktion anpasst.“
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(Quelle: Pressemitteilung)





