Will Thomas gestaltet eindrucksvolle Lichtstimmungen für Alessandro Cortini mit ChamSys in der Church of St. John Hackney.
„Wenn man Dinge mit einem Bleistift und Papier betrachtet, sieht man deutlich mehr“, stellte David Hockney fest. Der renommierte Künstler und Bühnenbildner betonte damit die besondere Qualität analoger Arbeitsweisen. Auch im Zeitalter fortschrittlicher KI-Technologien kann das Skizzieren von Ideen auf Papier zu einer vertieften Auseinandersetzung führen und neue Perspektiven eröffnen.
Diese Herangehensweise prägt auch die Arbeit von Lichtdesigner Will Thomas. Er wurde Anfang der 1990er-Jahre im Kunststudium darin ausgebildet, Pläne und Ansichten maßstabsgetreu von Hand zu zeichnen. Diese Fähigkeit nutzt er weiterhin, indem er seine Lichtkonzepte zunächst skizziert, bevor er sie auf einer ChamSys-Konsole umsetzt.
So arbeitete Thomas auch bei einer Veranstaltung von Mastery Presents im März in der Church of St. John in Hackney. Headliner war Alessandro Cortini, bekannt als Keyboarder von Nine Inch Nails und Mitglied der Rock & Roll Hall of Fame.
„Bei großen Setups mit komplexer Technik sind digitale Planungswege sinnvoll. Für kleinere Produktionen ist es jedoch entscheidend, Ideen schnell und präzise visuell darstellen zu können“, erklärt Thomas. „Eine gezeichnete Skizze vermittelt sowohl Auftraggebern als auch dem Team ein stärkeres Gefühl der Beteiligung.“
ChamSys MagicQ MQ70 Compact Console
Sein Lichtdesign, umgesetzt mit einer ChamSys MagicQ MQ70 Compact Console, basierte auf einem 30-Geräte-Setup. Dabei kombinierte Thomas gezielt subtile Lichtnuancen mit den architektonischen Gegebenheiten der Kirche und reagierte gleichzeitig auf die unterschiedlichen musikalischen Darbietungen.
„Meine Auftraggeberin Bianca Mayhew von Mastery Presents hatte eine klare Vorstellung vom Ablauf des Abends“, so Thomas. „Die Position jedes Scheinwerfers war bewusst gewählt. Gleichzeitig zeigte sich im Austausch vor Ort und während des Aufbaus, dass die Performances einen improvisierten Charakter hatten. Daher war es wichtig, flexibel zu bleiben und das Licht in Echtzeit an die Musik anzupassen.“
Im Verlauf der Produktion wurde das ursprüngliche Konzept angepasst. Zusätzliche Stative wurden integriert, um Änderungen in der Bühnenoptik zu berücksichtigen. „Solche Anpassungen erfordern lediglich kleinere Umstellungen an der Konsole. Flexibilität ist in diesem Kontext entscheidend und wird auch von Kundenseite geschätzt“, erläutert Thomas.
Hell & Dunkel
Die Lichtgestaltung zeichnete sich durch den gezielten Einsatz von Helligkeit und Dunkelheit aus. „Der Raum bietet zunächst kaum natürliche Dunkelzonen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, gezielt mit Licht und Schatten zu arbeiten“, erklärt er. Durch schrittweises Hervorheben einzelner Bereiche entstand eine dynamische und zurückhaltende Dramaturgie.
Technisch unterstützte die MagicQ MQ70 Compact Console diese Umsetzung. Thomas nutzte unter anderem einfache Glühlampen als gestalterisches Element und variierte deren Einsatz flexibel. Funktionen wie das Kopieren von Einstellungen, das Anpassen von Bewegungsabläufen sowie das Live-Modifizieren von Effekten ermöglichten eine spontane Steuerung während der Show.
„Auch bei einem kompakten Setup ist die Möglichkeit, schnell Untergruppen zu bilden, zentral“, sagt Thomas. „So lassen sich unterschiedliche visuelle Ebenen schaffen, etwa durch gegenläufige Lichtausrichtungen. Besonders wichtig ist zudem die Fähigkeit, Positionen für verschiedene Künstler kurzfristig anzupassen.“
Neben der technischen Ausstattung hebt Thomas die Zusammenarbeit mit Paul Jarvis von Copper Red Design sowie die Bereitstellung der Technik durch Colour Sound Experiment hervor. Gemeinsam entstand ein Lichtkonzept, das von einer handgezeichneten Skizze zu einer differenzierten visuellen Inszenierung weiterentwickelt wurde.
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(Quelle: Pressemitteilung)





