40 Jahre Babbel & Haeger: Warum Vertrieb mehr sein muss als Kartons verschicken

Vier Jahrzehnte im Geschäft – und kein bisschen leiser. Im aktuellen mothergrid-Interview spricht Gerhard Babbel von Babbel & Haeger über Technikleidenschaft, unternehmerische Lernkurven und die Frage, warum Vertrieb in der Veranstaltungstechnik weit mehr ist als Verkauf.

Vom Schraubenzieher ins Management

Was heute als etablierter Audiovertrieb mit starken Markenpartnerschaften wahrgenommen wird, begann vor 40 Jahren als kleines Einzelunternehmen. Gerhard Babbel startete als Fernsehtechniker, studierte Elektrotechnik, reparierte selbst – und tut es bis heute noch gern. Diese technische DNA ist kein Marketingnarrativ, sondern prägt bis heute die Haltung des Unternehmens.

Aus der Einzelfirma wurde eine GbR, später eine OHG und schließlich eine GmbH & Co. KG. Aus Verleih wurde Vertrieb. Und aus Produktverkauf wurde Beziehungsarbeit.

Der rote Faden: technisches Verständnis als Grundlage jeder unternehmerischen Entscheidung.

Vertrieb als Erfahrungswissen – nicht als Prospektkunde

Was Babbel & Haeger laut Babbel unterscheidet: Im Vertrieb sitzen Menschen, die selbst am Pult standen. Ob Rock’n’Roll, Industrieproduktion oder klassische Konzertformate – das Team kennt die Produkte aus dem Feld, nicht nur aus Schulungsunterlagen.

Marken wie L-Acoustics, Yamaha, Shure oder seit Neuestem SPL Cloud werden nicht nur distribuiert, sondern technisch begleitet. Beratung bedeutet hier nicht, Features aufzuzählen, sondern Einsatzrealitäten zu diskutieren – inklusive Grenzen.

Ein Satz aus dem Gespräch bleibt hängen:
„Man muss nicht alles sagen, was man weiß. Aber was wir sagen, muss stimmen.“

In einer Branche, in der große Investitionen oft auf Vertrauen basieren, ist das mehr als eine Floskel.

Markt 2026: Vorsicht statt Vollgas

Nach starken Boomjahren zeigt sich 2026 laut Babbel eine gewisse Zurückhaltung im Markt. Investitionen werden länger geprüft, Entscheidungen vertagt. Nicht abgesagt – aber verzögert.

Das betrifft Veranstalter*innen, Technikdienstleister und letztlich auch Vertriebe. Wer in dieser Phase nur auf schnellen Abschluss setzt, wird es schwer haben. Wer dagegen langfristige Beziehungen aufgebaut hat, bleibt im Gespräch.

Digitalisierung? Ja. Aber nicht ohne Mehrwert.

Online-Shops, KI, Social Media – all das verändert den Vertrieb. Doch für komplexe Investitionen oder kritische Bestandsituationen bleibt persönliche Beratung zentral.

Babbels klare Haltung: Wer als Vertrieb zwischen Hersteller und Kundschaft bestehen will, muss mehr leisten als Logistik. Lagerhaltung, Service, Werkstatt, Projektbegleitung – der Mehrwert entscheidet.

Oder anders formuliert: Wer nur Kartons verschickt, wird austauschbar.

Festinstallation statt Touring-Wahnsinn?

Ein spannender Ausblick im Gespräch betrifft die Zukunft von Veranstaltungsstätten. Der Qualitätsanspruch des Publikums steigt – sowohl akustisch als auch im Gesamterlebnis.

Große Hallen mit vorbereiteten Systemen, vorinstallierter Beschallung und nachhaltiger Infrastruktur könnten an Bedeutung gewinnen. Ökonomisch wie ökologisch ist es schwer zu rechtfertigen, wenn täglich Trucks rein- und rausfahren, obwohl die Grundinfrastruktur auch dauerhaft vor Ort sein könnte.

Das würde den Markt verschieben – und Vertriebsstrategien gleich mit.

Generationenwechsel mit Haltung

Mit Sven Meyer und Tobias Hemmersbach wurde die Geschäftsleitung von Babbel & Haeger bereits erweitert. Nicht aus Not, sondern aus Überzeugung – auch geprägt durch die Corona-Zeit, in der Verantwortung und Loyalität sichtbar wurden.

Nachfolge ist hier kein Last-Minute-Thema, sondern Teil einer langfristigen Strategie.

Der Rat an den Nachwuchs

Zum Abschluss gibt Babbel einen klaren Rat:
Sucht euch starke Unternehmen, lernt gründlich euer Handwerk – und liebt den Beruf mehr als das Geld.

Das klingt simpel. Ist es aber nicht. Gerade in einer Branche, in der Technik, Leidenschaft und wirtschaftlicher Druck oft kollidieren.

Das gesamte Gespräch mit Gerhard Babbel von Babbel & Haeger gibt es jetzt im Video.
Ein ehrlicher Blick auf 40 Jahre Audiovertrieb – und auf die Frage, wie viel Haltung im Geschäft möglich ist.

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