Share.Ware-Mehrwegsystem mit Pfandautomaten spart nach Angaben der Veranstalter rund 10.000 Einwegbehälter und eine Tonne Restmüll ein.
Beim Mainzer Weinfest 2026 ist ein digitalisiertes Mehrweg- und Pfandsystem für Speisen eingesetzt worden. Das Pilotprojekt Share.Ware wurde von Rent.Group, CircleCube, Koziol und Mainzplus gemeinsam umgesetzt. Für die rund 70.000 Besucherinnen und Besucher standen Mehrwegbehälter mit automatisierter Rückgabe zur Verfügung.
Nach Angaben der Projektpartner konnten dadurch rund 10.000 Einwegbehälter eingespart und etwa eine Tonne Restmüll vermieden werden. Das System deckte dabei den gesamten Ablauf ab – von der Ausgabe des Mehrweggeschirrs über die Rückgabe bis zur Reinigung und erneuten Bereitstellung.
Pfandautomaten und RFID-Geschirr
Kern des Systems sind modulare Pfandautomaten von CircleCube. An diesen können Besucherinnen und Besucher die verwendeten Teller und Schalen zurückgeben. Die Mehrwegbehälter von Koziol sind mit RFID-Elementen ausgestattet.
RFID steht für Radio Frequency Identification. Die Technologie ermöglicht es, Gegenstände berührungslos und ohne eigene Stromversorgung zu erfassen und einem bestimmten Vorgang zuzuordnen. Dadurch kann der Weg der Behälter innerhalb des Mehrwegkreislaufs nachvollzogen werden – vom gastronomischen Stand über die Rückgabe bis zur Reinigung.
Das System erkennt zudem, ob das Pfand für einen Behälter bereits erstattet wurde. Die Reinigung und Wiederaufbereitung übernimmt Rent.Group. Koziol produziert die verwendeten Mehrwegbehälter am Standort im Odenwald und fertigt nach eigenen Angaben unter zertifizierten Hygiene- und Qualitätsstandards.
Weniger Wartezeit bei der Rückgabe
Das automatisierte System sollte vor allem die Rückgabe des Geschirrs vereinfachen. Nach Angaben der Projektpartner konnten die Wartezeiten an den Rückgabestellen reduziert werden. Gleichzeitig entfiel ein großer Teil der manuellen Sortier- und Rücknahmearbeit für das Personal.
Die Lösung wurde allen Festwirten und Betreibern des Weinfests zur Verfügung gestellt. Neben der Rückgabe wurden auch Logistik und Spülprozesse in den Mehrwegkreislauf integriert.
„Mehrweg funktioniert bei Großevents, wenn die Rückgabe für die Gäste schnell geht und für den Veranstalter einfach bleibt“, sagt Florian Blümer, Geschäftsführer und Mitgründer von CircleCube. Beim Mainzer Weinfest habe man unter anderem Daten zur Geschwindigkeit und Belastbarkeit des Systems sowie zum Zahlungsverhalten der Gäste sammeln können.
Pilotprojekt für Veranstaltungen
Für Koziol war das Weinfest ein geeigneter Rahmen, um das System unter den Bedingungen einer Großveranstaltung zu erproben. „Die Organisatoren legten großen Wert auf Nachhaltigkeit, Regionalität und eine hohe Veranstaltungsqualität. Diese Offenheit für neue Ansätze hat uns motiviert, in das Projekt zu investieren“, sagt Uwe Thielsch, Vertriebsdirektor von Koziol.
Die beim Weinfest gewonnenen Erfahrungen sollen in die weitere Entwicklung des Systems einfließen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich Mehrwegkreisläufe auch bei Veranstaltungen mit hohen Besucherzahlen organisatorisch und logistisch umsetzen lassen.
Mehrweg bei weiteren Mainzer Veranstaltungen
Mainzplus setzt bereits bei verschiedenen Veranstaltungen in Mainz Mehrweg- und Pfandsysteme für Getränke ein. Dazu gehören unter anderem das Mainzer Weinufer, der Mainzer Weinmarkt und die Mainzer Winterzeitmärkte. Bei Speisen wurden bislang teilweise noch Einwegbehälter verwendet.
Das Pilotprojekt beim Mainzer Weinfest soll deshalb als Grundlage für eine breitere Nutzung von Mehrwegsystemen bei Veranstaltungen dienen.
„Wenn es gelingt, Ressourcen zu sparen und gleichzeitig die Arbeit der Aussteller sowie den Besuch für die Gäste einfacher zu machen, kann Mehrweg zum Standard werden“, sagt Katja Mailahn, Geschäftsführerin von Mainzplus. Das Unternehmen strebe für seine Veranstaltungen eine möglichst flächendeckende Lösung zur Ressourcenschonung an.
Das Share.Ware-Projekt verbindet dafür Mehrweggeschirr, digitale Identifikation, automatisierte Pfandrückgabe und die anschließende Reinigung zu einem geschlossenen Kreislauf. Beim Mainzer Weinfest 2026 wurde dieser Ansatz erstmals in diesem Umfang erprobt.
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(Quelle: Pressemitteilung)







