Martin Audio und TiMax sorgen für immersiven Klang beim Vache Baroque Festival 2026

Beim Vache Baroque Festival 2026 verbanden sich Barockmusik, Theater und räumliche Audiowiedergabe zu einem gemeinsamen Programm.

Veranstaltungsort war das historische Anwesen The Vache in Buckinghamshire, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1086 zurückreichen. Der See auf dem Gelände bildete den Hintergrund für ein Festival mit dem Themenschwerpunkt Wasser. Für die Beschallung kam ein Martin-Audio-System mit räumlicher Audiosteuerung von TiMax zum Einsatz.

Im Mittelpunkt stand eine halbszenische Opernproduktion von William Shakespeares Der Sturm, die Vache Baroque gemeinsam mit der Theatergruppe Out Of Chaos realisierte. Das Klangkonzept von Sounddesigner Dan Samsa ergänzte die Aufführung um eine mehrkanalige Klanglandschaft. Zum weiteren Programm gehörten ein Jazzabend, ein Konzert mit Händels Wassermusik, das durch Naturaufnahmen ergänzt wurde, sowie die Veranstaltung SPLASH! mit Szenen aus Der Sturm und Beiträgen des Vache Baroque Children’s Choir.

54 Lautsprecherkanäle für Musik, Sprache und Klanglandschaften

Das Beschallungssystem umfasste insgesamt 54 Lautsprecherkanäle. Es sollte die akustische Verstärkung der Instrumente, die Sprachverständlichkeit und die Wiedergabe der räumlich angelegten Soundtracks miteinander verbinden.

„Das System war darauf ausgelegt, die Instrumente möglichst authentisch zu verstärken, Stimmen transparent wiederzugeben und immersive Soundtracks abzuspielen“, erklärt Simon Honywill, Market Development Manager für Live Sound, Production & Immersive bei Martin Audio.

Für Der Sturm spielte das Ensemble Musikstücke, die mit dem Shakespeare-Drama verbunden sind, auf historischen Instrumenten. Dazu gehörten Cembalo, Theorbe, Blockflöten und Streicher, deren Saiten aus Darmsaiten statt aus modernen Materialien bestanden. Ergänzt wurde die Musik durch Samsas Klanggestaltung, die sich unter anderem an Shakespeares Beschreibung einer Insel voller Geräusche orientierte.

„Dan entwickelte eine 25-kanalige Klanglandschaft aus Orchester und Gesang. Dabei kamen Instrumente auf ungewöhnliche Weise zum Einsatz, ergänzt durch fremdartige Stimmgeräusche. Das Ganze war sehr organisch“, sagt Honywill.

Auch bei dem Konzert rund um Händels Wassermusik spielte räumlicher Klang eine Rolle. Zu hören waren Naturaufnahmen von Chris Watson, einem mehrfach mit dem BAFTA ausgezeichneten Naturtonmeister, der unter anderem für Produktionen mit David Attenborough gearbeitet hat. Die Aufnahmen führten das Publikum unter anderem zu einem Sturm auf See, einer Robbenkolonie und Walgesängen von Buckel- und Blauwalen.

Lautsprecher in mehreren Ebenen angeordnet

Das Lautsprecherkonzept kombinierte verschiedene Martin-Audio-Systeme für unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Zeltes und auf der Bühne.

Neun Martin Audio FlexPoint FP6 bildeten ein verteiltes System für die Stimmen und waren bogenförmig um das Zelt angeordnet. Für die Band kamen zwei Q44-Säulenlautsprecher zum Einsatz, ergänzt durch SXC115-Subwoofer als klangliche Basis auf der Bühne. Auch die Band wurde über das Sprachsystem wiedergegeben.

„Die Q44-Säulen waren sehr unauffällig. Sie standen an den beiden Enden der Band und fügten sich in das Klangbild ein“, erläutert Honywill.

Dreizehn FlexPoint FP4 dienten als Frontfills entlang der Bühnenkante. Für Hall und Effekte wurden weitere 14 FP4 und vier FP6 ringförmig am Rand des Zeltes installiert. Vier FP8 waren in größerer Höhe montiert. Ziel war eine gleichmäßige räumliche Verteilung der Effekte, innerhalb derer sich Klänge gezielt bewegen konnten.

Für die Wiedergabe tiefer Frequenzen kamen SXC118- und SHX218-Subwoofer unter den Sitzreihen zum Einsatz. Sie wurden insbesondere für die tiefen Frequenzanteile der Walaufnahmen benötigt.

Honywill hebt die klangliche Abstimmung der Lautsprecherfamilie hervor: „Von den FP4 aufwärts gibt es einen durchgängigen Klangcharakter. Die Lautsprecher klingen offen und transparent und haben ein sehr gutes Impulsverhalten. Opernstimmen und Hörner zusammenzubringen, ist nicht immer einfach – Martin Audio bewältigt das gut.“

TiMax steuert die räumliche Positionierung

Die räumliche Audiowiedergabe wurde mit TiMax umgesetzt. Dafür kombinierte das Team die Live-Ortung von Schauspielern, Sängerinnen und Sängern sowie Musikern mit vorprogrammierten Bewegungen der Soundtrack-Elemente. Insgesamt kamen 18 TiMax-D4-Tracker zum Einsatz.

Sounddesigner Dan Samsa und TiMax-Anwendungsspezialist Gerry Marrone bereiteten die räumliche Gestaltung an einem Tag im TiMax-Studio im Londoner Tileyard vor. Mithilfe der Software Grapes 3D und TiMax2 programmierten sie die Bewegungen der einzelnen Klangobjekte vor.

Die Grapes-3D-Programmierung wurde als Plugin in die Wiedergabesitzung eingebunden und anschließend in die Live-Umgebung übertragen. Positionsdaten gelangten über das Open Sound Control (OSC)-Protokoll von der Digital Audio Workstation (DAW) zu TiMax. Dadurch ließ sich das vorproduzierte Klangmaterial mit der räumlichen Steuerung und den Live-Cues synchronisieren.

Während der Aufführungen wurden Schauspieler, Sänger und Musiker live verfolgt. „Die gesamte Aufführung wurde durch das Live-Tracking der Schauspieler und Sänger sowie der Violinisten, der Bratschistin und der beiden Flöten- beziehungsweise Blockflötenspieler zusammengeführt“, sagt Honywill.

Räumlicher Klang unterstützt die Verbindung zur Bühne

Nach Einschätzung von Honywill half die Kombination aus Lautsprechersystem und Tracking dabei, den Klang an die Positionen der auftretenden Personen zu binden. Dadurch sollte die akustische Wahrnehmung mit dem sichtbaren Geschehen auf der Bühne übereinstimmen.

„Mit TiMax konnten wir die Darbietungen wirkungsvoll verstärken, während das Beschallungssystem selbst für das Publikum möglichst unauffällig blieb“, erklärt Honywill. „Durch das Tracking stimmen das, was man sieht, und das, was man hört, besser überein. Das Publikum erlebte dadurch mehr räumliche Tiefe, klare Sprache und eine präzise räumliche Abbildung, die mit einer herkömmlichen Systemkonfiguration oder anderen räumlichen Audioprozessoren in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.“

Auch die Hallgestaltung war auf den Veranstaltungsort abgestimmt. Da das Zelt akustisch wenig Eigenhall bot, setzte das Team einen nach oben abstrahlenden Hallaufbau ein. Ein Quantec-7.1-Raumsimulator-Plugin ergänzte den Klang um eine dezente räumliche Komponente.

„Ich nutzte ein Quantec-7.1-Raumsimulator-Plugin, um ein Gefühl für den Raum zu erzeugen. Der Effekt war sehr subtil – nimmt man ihn jedoch weg, klingt es sofort deutlich trockener“, sagt Honywill. Die Hallwege wurden über TiMax geführt und dorthin zurückgeleitet, um die räumliche Einbindung beizubehalten.

Die Verstärkung übernahmen Endstufen aus Martin Audios iKON-Serie, darunter die Modelle iK81 und iK41. Planung und Modellierung des Beschallungssystems erfolgten mit der Software DISPLAY 3 von Martin Audio.

Festivalteam mit Nachwuchskräften

Vache Baroque ist eine gemeinnützige Organisation in Großbritannien, die jungen Menschen und Personen mit erschwertem Zugang zu Kulturprojekten die Zusammenarbeit mit erfahrenen Künstlerinnen, Künstlern und Fachleuten ermöglichen möchte. Auch das Audioteam bezog Nachwuchskräfte in die Festivalproduktion ein.

Honywill würdigte insbesondere den Beitrag von Ryan McCluskey und Charlie Dudderidge, die während des Festivals im Team mitarbeiteten.

Rückblickend beschreibt Honywill das Projekt als Zusammenspiel aus musikalischer Zurückhaltung und gezielt eingesetzter Leistung: „Bei Martin Audio standen Subtilität und Musikalität im Vordergrund. Wenn allerdings der Klang eines Blauwals wiedergegeben werden muss, ist eine enorme Leistung gefragt. Zusammen mit dem räumlichen Tracking von TiMax ermöglichte das System eine zusammenhängende und transparente Klangwiedergabe, die zum Charakter der Veranstaltung passte.“

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(Quelle: Pressemitteilung)

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