MKM Event Show Technik setzt bei der Beschallung der rund 10.000 Bersucher:innen auf AiRAY, CiRAY und ViRAY von CODA Audio.
Klassik und Jazz unter freiem Himmel: Beim Europa Open Air des hr-Sinfonieorchesters und der Europäischen Zentralbank wurde die Frankfurter Weseler Werft am 20. August 2026 zur Konzertfläche für rund 10.000 Besucher. Das Programm reichte von Werken von Peter Tschaikowsky, Edvard Grieg und George Gershwin bis zu Jazz und Swing. Auf der Bühne standen unter anderem das hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Alain Altinoglu, die hr-Bigband, der französische Akkordeonist Richard Galliano und der US-amerikanische Jazzsänger Kurt Elling.
Für die Beschallung des rund 250 Meter langen Publikumsbereichs war die MKM Event Show Technik GmbH verantwortlich. Das Unternehmen setzte dabei auf ein System aus verschiedenen Line-Array- und Point-Source-Lösungen von CODA Audio. Zum Einsatz kamen unter anderem die Line-Array-Systeme AiRAY, CiRAY und ViRAY sowie APS-Systeme und SCP-Sensor-Controlled-Subwoofer. Auch das Monitoring wurde mit Produkten von CODA Audio realisiert.
Beschallung über 250 Meter
Die Kombination aus klassischem Orchester, Bigband und Jazz stellte unterschiedliche Anforderungen an die Beschallung. Insbesondere bei der Übertragung des Sinfonieorchesters musste das System eine hohe Sprach- und Instrumentenverständlichkeit sowie die Dynamik eines akustischen Orchesters über eine große Distanz erhalten.
„Ein Orchester spielt traditionell in einem Konzertsaal, dessen Akustik für eine optimale Schallübertragung ausgelegt ist“, erklärt Alexander Kolb, der beim Europa Open Air für den FOH-Mix des hr-Sinfonieorchesters verantwortlich war. „Unter freiem Himmel fehlen diese Reflexionen und damit auch der gewohnte Raumeindruck. Gleichzeitig können in einer Stadt Häuserwände für hörbare Echos sorgen.“
Daher spielte die Planung der Beschallungsanlage eine zentrale Rolle. Daniel Vollrath, der als Techniker von MKM Event Show Technik mit dem Systemdesign betraut war, entwickelte den ersten Entwurf auf Grundlage der vorhandenen Baupläne und der örtlichen Gegebenheiten. Unterstützt wurde die Planung durch den CODA Audio System Optimiser. Bei einem Vor-Ort-Termin wurde das Konzept anschließend überprüft und an die tatsächliche Situation angepasst.
„Der Publikumsbereich war etwa 250 Meter lang – das ist eine Strecke, die man bei der Planung nicht unterschätzen darf“, sagt Vollrath. „Das Systemdesign musste deshalb so ausgelegt sein, dass ein möglichst breites Frequenzspektrum auch über große Distanzen übertragen werden kann.“
Als Hauptsystem kamen 28 AiRAY mit 90-Grad-Abstrahlung sowie acht AiRAY mit 120-Grad-Abstrahlung zum Einsatz. Das 3-Wege-Line-Array-System mit zwei 12-Zoll-Treibern übernahm damit die Beschallung der zentralen und weiter entfernten Publikumsbereiche.
„Die Entscheidung für AiRAY als Hauptsystem lag nahe“, erklärt Vollrath. „Hier musste die höchste Leistung über die längste Strecke übertragen werden.“
Für die erste Delay-Line setzte das Team auf drei Arrays des CiRAY. Das High-Output-Fullrange-Line-Array wurde aufgrund der Breite des Geländes in mehreren Arrays eingesetzt. Die zweite Delay-Ebene wurde mit dem kompakteren 3-Wege-Line-Array ViRAY aufgebaut.
Ergänzend kamen APS-Systeme, also 3-Wege-Arrayable-Point-Source-Systeme, sowie SCP-Sensor-Controlled-Subwoofer zum Einsatz. Auch die Bühnenmonitore stammten von CODA Audio. Verwendet wurden unter anderem HOPS5 und HOPS8T als 2-Wege-Punktschallquellen sowie CUE ONE und CUE FOUR als 3-Wege-Bühnenmonitore.
Unterschiedliche Abstrahlwinkel für das Gelände
Durch die Kombination verschiedener Systeme und Abstrahlwinkel ließ sich die Beschallung an die Geometrie der Weseler Werft anpassen. Gleichzeitig musste der Schall außerhalb des Publikumsbereichs möglichst kontrolliert werden.
„Eine gleichmäßige Beschallung des gesamten Areals ist eine Grundvoraussetzung“, sagt Vollrath. „Dafür ist fast immer eine Kombination aus eng- und breitabstrahlenden Systemen notwendig.“
Neben der Reichweite war insbesondere die klangliche Abstimmung relevant. Bei klassischer Musik müssen sowohl leise Passagen und einzelne Instrumente als auch die Dynamik eines gesamten Orchesters möglichst differenziert übertragen werden.
Vollrath sieht hier eine Stärke der eingesetzten Systeme: „Meiner Meinung nach punktet CODA Audio gerade bei Klassik und Orchester durch eine hohe Detailauflösung.“
Eine wichtige Rolle spielte dabei die Abstimmung von Hauptsystem und Delay-Lines. Die Systeme wurden während der Messungen zeitlich und pegelmäßig aufeinander abgestimmt. Die finale klangliche Einrichtung erfolgte gemeinsam mit Alexander Kolb. Nach Soundcheck und Proben waren nur noch wenige Anpassungen erforderlich. Während des Konzerts wurden lediglich die Delayzeiten aufgrund der sich verändernden Temperaturen angepasst.
Natürlichkeit und Dynamik
Auch Alexander Kolb betont die Anforderungen an die Übertragung des Orchesters. „Die Systeme übertragen hohe Frequenzen über weite Distanzen mit hoher Auflösung, ohne dabei aggressiv zu klingen. Sie erzeugen wenig eigene Verzerrungen, sodass der natürliche Klang eines Orchesters kaum verfälscht wird.“
Auch die Übertragung von Transienten und die Basswiedergabe spielten eine Rolle. Die sensor-gesteuerten Subwoofer sollten dabei für den erforderlichen Tieftonbereich sorgen, ohne den Klang des Orchesters zu überlagern.
Für den FOH-Mix bestand die Aufgabe vor allem darin, eine ausreichende Lautheit zu erreichen, ohne die Balance und Dynamik des Orchesters unnötig zu verändern.
„Das hr-Sinfonieorchester klingt akustisch fantastisch“, sagt Kolb. „Wenn man es schafft, diesen Klang mit und trotz der notwendigen technischen Hilfsmittel ins Publikum zu übertragen, hat man schon viel richtig gemacht.“
Beim Europa Open Air wurde Kolb am FOH von Tonmeister Christoph Claßen unterstützt, der während des Konzerts die Partitur im Blick behielt. Nach Einschätzung von Kolb spiegelte sich die technische Umsetzung auch in den Reaktionen des Publikums wider: „Mein Eindruck war, dass wieder sehr viele Menschen bei unserem Konzert eine tolle Zeit hatten. Denn darum geht es letztendlich. Das erzeugt bei mir persönlich mehr Gänsehaut als meine eigene Tonmischung.“
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(Quelle: Pressemitteilung)






